Mein Körper ist spitze!

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Also man soll sich ja nicht zu früh freuen, aber es ist Tag zwei nach meiner zweiten Chemo und mir geht es ziemlich, ziemlich gut. Gemessen an Hausarbeit hab ich heute viel geleistet, Unmengen zu Abend essen können und wahre Freude daran gehabt 🙂
Von dem großartigen Apfelkuchen, den ich heute Nachmittag gebacken habe, ganz zu schweigen.

Die vom letzten Mal noch gut in Erinnerung gebliebenen Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Magenschmerzen und Verstopfung bleiben bisher aus und auch meine wirren Träume scheinen dieses mal fernzubleiben.
An und für sich ziemlich komisch, da ich fast fürchten könnte, die Doktoren hätten mir Placebo anstatt meiner Chemo verabreicht, aber da ich sicher bin, dass einem solch fiese Maschen nicht einmal einem abgebrühten Onkologe im Traum einfallen würde, freue ich mich über die Durchhaltekraft meines Körpersystems.

Zu diesem Thema und der Wirkung des inneren Arztes, bzw. der eigenen Selbstheilungskräfte, handelt eine aktuelle, momentan auf arte+7 noch bis Dienstag anzusehende Doku. Sie zeigt unter anderem den Placeboeffekt, die Wirkung von Meditation und den Einfluss der eigenen Selbstwirksamkeit auf den Einfluss der Gesundheit und Genesung von zum Teil chronischen Krankheiten. (Link zur Reportage: http://videos.arte.tv/de/videos/die_heilkraft_des_inneren_arztes-4267406.html)

Gerade zum Thema Meditation kann ich aus eigener Erfahrung sprechen und bestätigen, dass mir die regelmäßigen Meditationspraxis- in meinem Fall basiert meine Erfahrung auf der Achtsamkeitsmeditation und dem Body-Scan-  gute Erfahrungen aufzeigen kann. Sei es die Heilung von einer lang gehegten Hyperventilation vor fast 3 Jahren in meinem ersten Meditationsseminar, oder aktuell gute Eingebungen und viel Ruhe bei der regelmäßigen Meditation vor dem Schlafen gehen. Schlafhygiene, habe ich kürzlich gelesen, nennt man das auch 🙂

Ich kann allen Menschen mit oder ohne Krebs, aber vor allem Menschen, die aus irgendeinem Grund leiden, nur ans Herz legen, ihre Situation nicht als ein schicksalhaftes, böswilliges Karma oder Kette von Ereignissen anzusehen. Die Chance zum Aufbruch liegt in jedem neuen Gedanken und seit ich mich bewusst mit mir und der möglichen Entstehung meiner Erkrankung auseinander setze, sehe ich immer wieder von neuen Blockaden, denen ich mich geradezu freiwillig unter geordnet habe, oder Potential, dass ich aus Scheu und falscher Bescheidenheit nie anerkennen wollte. Die Kunst liegt wohl darin, seine Kraft mit dem Willen, glücklich zu sein, verbinden zu können und an seinem zu Glück, der Gesunheit und der eigenen Zukunft bereit sein, zu arbeiten. Jeden Tag. Glück ist niemals ein Endzustand, immer nur ein klitzekleiner Moment.
Wäre mein Krebs ein Todesurteil-  leider ist das bei vielen anderen immer noch allzu häufig der Fall- hätte ich nie die Chance, aus meinen heutigen Erkenntnissen zu profitieren. Doch zumindest vielen, und hoffentlich immer mehr Menschen mit der Diagnose Krebs, schenkt die Schulmedizin und auch die erweiternde Behandlung durch die Komplementärmedizin, ein Leben und Jahre voller Einkehr und Zufriedenheit, die man ohne eine „Nahtod-Erfahrung“, wie ich sie dennoch nennen möchte, nicht bekommt.

Das unterscheidet mich nun also von vielen Altersgenossen und oft fühlt es sich einsam an, auf meiner Seite. Doch dann sehe ich in den Spiegel: sehe meine Stoppelhaare und mein schönes Lachen auf dem Gesicht und freue mich, diesen Teil-meine Erfahrung- in die Welt posaunen zu können und noch so viele Jahre die Chance zu bekommen, mir und allen um mich herum zu beweisen: Mein Körper ist spitze!

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