Kack-Tage im Brustkrebsland

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Ich fürchte, die Durststrecke ist erreicht. Ich will eigentlich nicht klagen, aber verdammt! Wieso eigentlich nicht? ICH HAB KREBS und das ist verdammt beschissen. Alles ist anders, nichts ist mehr normal und ständig ein neues Symptom auf das ich mich einstellen muss,
Mein Schlafanzug riecht nach einer Woche tragen immer noch nach Waschmittel. Am Sonntag, wenn alle dem Samstag nachtrauern, habe ich nichts zu erzählen und alles, worauf sich mein Blick in die Zukunft richtet, ist diese scheiß OP, damit der Alptraum endlich ein Ende hat.

Mein Li-la-laune-Krebszeit wurde nach der letzten Chemo jäh von meinen neuen Nebenwirkungen verstört. Knochenschmerzen waren unangenehmer, als ich dachte und das dagegen wirkende Iboprofen brachte nichts als Magenschmerzen und Gastritis, die ich jetzt mit Fencheltee und Haferschleim behandle. Zusammen mit der Mundschleimhaut, die sich dieses Mal durch die Chemo wirklich zurück bildet, häng ich ziemlich frustriert zu Hause rum und fühl mich wie eine Kartoffel. In voller Reife aber unfähig, zu keimen.

Ich habe meine positive Einstellung zu der ganzen Kacke verloren. Zumindest vorübergehend und ich bin sauer.

Sauer, dass mir sowas passiert, dass es so lange dauert und dass ich mein Leben völlig umkrempeln muss.
Scheiße, dass Medikamente, die mir helfen sollen, zu überleben, meine Glücks- und Sexualhormone zerschießen.
Alles hat seinen Preis und vieles wird wieder wie zuvor, aber ich berufe mich heute auf mein Recht, maulen zu dürfen, zu schimpfen wie ein Rohspatz auf diese Kacksituation, die so ungerecht und heimtückisch ist und sich nicht gehört für  wie mich. Es gehört sich nicht, dass mein  Hausarzt mir das Du angeboten hat und die Arzthelferin mich Schnecke nennt, weil ich jede Woche dort bin. Es gehört sich nicht, dass ich am Wochenende nicht beschwipst auf einer Party tanze, mit all meinen Freunden und zwischen zwei Terminen keine Lust auf Shoppen bei H&M habe. Es gehört sich nicht, dass ich all mein Glück im Moment in guten Medikamenten sehe und die leckeren Früchte vom Markt bald vergammeln, weil ich sie nicht essen kann ohne Schmerzen.

Es sollte gerecht zu gehen- und doch kann ich nicht daran ändern als der Tatsache ins Auge zu sehen und erwachsen zu werden.

»

  1. du hast absolut das recht einmal zu maulen. du gehst einen weg erhobenen hauptes, während andere über pille-palle stolpern und kriechen. warum das leben dir diesen weg geht und keinen unbeschwerlicheren – ?? schau auf die zeit nach der OP, freu dich auf schöne dinge, freu dich gute ärzte zu haben, –du wirst wieder ganz, du wirst wieder gesund sein. dann kommt dir die zeit jetzt vielleicht wie geburtsschmerzen vor für das leben das dich liebt ich denke an dich maelke

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