ISOLATION

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Nach der letzten Woche, die mich echt hart mitgenommen hat, voller Schmerzen, und schlechter Stimmung, bekam ich Mittwoch nach meinem mir selbst auferlegten Sportprogramm (das mir Besserung verschaffen sollte- mein Blut in Wallung bringen und die schmerzen weg atmen..) zu allem auch noch Fieber. Trotz warmer Kleidung, Mütze und zwei Decken blieb ich eiskalt und abends mit über 38° wusste ich dann, ich muss in die Uniklinik in Marburg gefahren werden.
Der Besuch in der Ambulanz brachte das Ergebnis: eine Leukozahl von 500 (normal wären 4-6000). Ich bekam sofort einen Mundschutz verpasst und wurde stationär aufgenommen. So liege ich seit Mittwoch isoliert im Krankenhaus und lasse mich aufpäppeln. Nach einem Tag mit Antibiotika und einen Aufbauspritze wurde die Isolation heute zum Glück aufgehoben, da meine Leukos schön schnell auf 1500 gewachsen sind, jedoch muss ich das Wochenende noch hier bleiben wegen der Antibiotika, die man intravenös weiter führen muss. Auch das Fieber will nicht richtig verschwinden. So ist es doch gut, dass ich mich hier um nichts kümmern muss und hoffe von Tag zu Tag, fitter zu werden.
Nun, da ich wenigstens wieder mein Zimmer verlassen darf, ist es halb so schlimm und genieße die pralle Sonne durch die großen Fenster. Mineralwasser und Tee so viel ich möchte. Frühstück, Mittag- und Abendessen im Bett und jemand der jeden Morgen um mich herum putzt. Es gibt schlimmeres 🙂

Ich stelle außerdem fest, dass die Uni in Marburg entweder mehr Mittel oder mehr Wissen darin besitzt, wie man mit Nebenwirkungen bei Chemotherapie umgeht.
Noch in derselben Nacht, in der ich auf Station kam, gab man mir drei verschiedene Mundspüllösungen, um meine Mundschleimhautentzündung endlich zu versorgen. Mir war bis dahin gar nicht aufgefallen, wie sehr meine Symptome und Beschwerden auch daher rührten, dass meine Mundflora den Geist aufgegeben hatte. In Mainz hatte mir bis dahin niemand etwas derartiges geraten. Gut, ich hatte bisher auch nicht die starken Probleme mit der Mundschleimhaut. Dennoch fühle ich mich hier um ein vielfaches besser versorgt und kann schmerzfrei wieder Saft und Brot zu mir nehmen.

Alles wird gut!

So spielt sich alles langsam wieder ein und außer Rückenschmerzen vom ständigen liegen, fühle ich mich langsam wieder lebendig.
Ich bin gespannt, wie die nächsten Zyklen werden. Der allererste Chemozyklus war ja auch körperlich härter zu verkraften als alle darauf folgenden und so hoffe ich, dass das neue Medikament nun einen harten Anfang macht, und die Nebenwirkungen mit den kommenden Zyklen nachlassen.
Ich stelle mich auf ein entspanntes Wochenende ein. Immerhin gibt es in der Klinik Studenten-Internet-Zugang und hoffe dennoch bis Mittwoch nach Hause zu können. Denn, da ist ja auch noch ein Umzug, den es für das Wochenende vorzubereiten gilt 🙂
Liebe gesunde Grüße

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  1. hedgehog walks through a rainbow. sehr hübsch! es ist immer gut mehrere möglichkeiten auszuprobieren, dann kann man auch wissen weiter tragen!! werd rasch wieder fit!!! alles liebe mama

  2. hoffe du erholst dich weiterhin. mach dir keinen stress, bleib einfach „prinzessin“ und lass auch mal andere ran. ich wette, jeder tut gerne was für dich, wenn du ihn/sie nur läßt! pass gut auf dich auf (8) liebe grüße

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