Wenn Krebs haben keinen Spaß mehr macht

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Was tun, wenn selbst die Sonderstellung, die eine lebensbedrohliche Krankheit einbringt, kein gutes Gefühl mehr birgt?
Als positiv denkender Mensch wusste ich der ersten Hälfte meiner Erkrankung viele neue Lehren und Eindrücke abzugewinnen. Doch seitdem befinde ich mich in einem, nennen wir es Therapieloch..
Der Tumor schrumpft, die Schleimhäute weichen, aber all das ist nichts aufregendes mehr. Es ist Normalität geworden. Sogar meine Haare beginnen wieder zu wachsen vor lauter Langweile.

Mein Umzug vergangene Woche lief glatt und gut über die Bühne. Motiviert durch mangelnde Körperkraft kamen tatsächlich neun Freunde zusammen, die mein Zeug in Blitzgeschwindigkeit in und aus dem Umzugstransporter schleppten. So großartig die Hilfe war, es ist schwierig zu bemerken und auch anzunehmen, dass man nicht mehr so belastbar und stark ist und bei einfachen Sachen, wie Umzugskatons packen, plötzlich Hilfe benötigt. Ich finde es schön, zu lernen, diese Hilfe langsam anerkennen zu können. Das ist ein Prozess, den ich nie gedacht hätte, durchmachen zu müssen. Aber so wie all das hier eigentlich. Schreibt man eine Krebserkrankung eigentlich in den Lebenslauf? Jeder, der diese Zeit durchgemacht hat, weiß, dass sie mindestens so intensiv ist, wie ein Forschungssemester an den Nordpol oder Schwanger mit Drilligen zu sein. Ich werde das heraus finden.

Der Status Quo: Ich gerate bereits ausser Atem, wenn ich leichte Steigungen mit dem Rad bewältigen muss- Fitness-Studio? Ein Wunschdenken gerade. Ein Schluck Früchtetee brennt wie 2cl. Scotch auf der Zunge, aber mein Freund sieht meinen Kopf an und spricht das erste Mal seit Monaten von „Frisur“ und nicht von „Glatze“.
Ich muss nur noch zwei Mal Gift in meinen Körper pumpen lassen und hoffe, dass es danach für den Rest meinen hoffentlich langen Lebens dabei bleiben wird und so ist es doch unterm Strich auch irgendwie wieder schön gerade 🙂

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  1. nicht nur „Geben“ sondern auch das „Annehmen“ ist etwas was wir lernen müssen im leben. und das vertrauen, dass die/der, die/der dir etwas gibt, dies aus freiem willen tut, ohne berechnung.

    Eine freundin sagte einmal zu mir: „elke, du kannst aus scheiße bonbons machen“, so kannst auch du , auch schwierigen situationen immer noch positive seiten abgewinnen.
    und wenn´s grad mal nicht so kraftvoll geht, dann eben langsam und mit bedacht, so wirds schon gut! be 🙂 not 😦

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