Zwischenzeit

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Vier Wochen seit meiner OP und der Behandlungsmarathon geht nach einer Erholungsfrist und einem Urlaub in eine weitere Runde. Nun ist aber mal wieder ein Update vonnöten, auch wenn es nicht wirklich viel zu berichten gilt. Ein gutes Zeichen, denn Normalität ist in mein Leben zurück gekehrt. Yeah!!

Ich bemerke, dass ich meine aktuelle Zeit immer noch in Wochen vor und nach“ OP-Termin angebe. Mein Gefühl sagt mir, dass ich mit diesem Zeitpunkt den Krebs los geworden bin und nun zuversichtlich in die Zukunft blicken kann. Die Zukunftsängste der letzten Monate habe ich seitdem vollkommen vergessen können und fühle mich langsam wieder wie eine normale junge Frau. Fast!
Dass ich noch immer die Bestrahlung vor mir habe, ernüchtert mich dabei ein wenig und ich beginne ungeduldig zu werden angesichts der langen Zeit, die ich nun bereits wegen der ganzen Therapien zurück stecken musste. Die Bestrahlung fällt genau auf die Sommermonate (sofern es dieses Jahr nochmal soweit sein wird) und verdirbt mir Festival- und Badeseen-Besuche. Ich sollte froh sein, die vielleicht beste und umfassende Behandlung zu erhalten und klar bin ich das auch, aber Hey! Langsam reicht es auch mal!

Die Narben der OP sind indes recht gut verheilt und ich fühle mich fitness-mäßig schon wieder voll einsatzbereit. Für die Bestrahlungszeit werde ich erneut für mindestens sechs Wochen pausieren müssen. Meine Fitness aufzubauen kommt mir in den letzten Wochen vor, wie ein Kampf gegen Windmühlen. Immerhin habe ich nun ednlich meinen Schwerbehindertenausweis. Die Dame im Versorgungsamt erzählte mir im Oktober letzten Jahres, den Ausweis bekäme man erst nach der Operation. Dass ich während der Chemo behinderter war als jetzt und trotzdem keinen Schein bekommen habe, kam mir komisch vor. Nun weiß ich: Ich hätte ihn schon damals bekommen können, wenn die „Sachverständige“ mehr Ahnung gehabt hätte. Das schon nur als Hinweis für andere Betroffene. Immerhin habe ich nun einen Grad der Behidnerung von 80, was mir verdammt viel vorkommt-aber auflehnen tue ich mich dagegen nun auch nicht.
Neben erneuten Vor- und Nachuntersuchungen stehen mir ab Juli die mündlichen Diplom- Prüfungen ins Haus. Der tägliche Gang ins Klinikum zu den Bestrahlungen wird mir hoffentlich hilfreich dabei sein, eine Lern-Routine aufzubauen und den letzten Abschnitt meiner Diplom- und Krebstherapie zusammen rasch hinter mich zu bringen.

Die Nebenwirkungen der Antihormontherapie beuteln mich leider nach wie vor und es frustriert mich etwas, vielleicht die nächsten fünf Jahre davon zehren zu können, aber was ist danach? Danach bin ich AUSTHERAPIERT und gelte als geheilt. Ich hoffe, dass ich zu diesem Zeitpunkt das Leben immer noch genauso genießen kann, wie zurzeit und dass ich dann tatsächlich wieder ganz normal leben und mich fühlen kann wie eine dann „nicht mehr“ ganz so junge Frau.
Wenn ich mein Leben vor fünf Jahren betrachte, komme ich zu dem Schluss dass ein Leben viel zu kurz ist, um sich durch die täglichen Widrigkeiten und Krankheiten davon abhalten zu lassen, seine Lebenszeit zu genießen und auszukosten. Es ist nicht immer ganz einfach, den Kopf bei all dem oben zu behalten aber man sollte nie vergessen, wie gut es einem eigentlich geht.

An dieser Stelle möchte ich mal einige Buchtipps los werden, denn als Krebspatient bekommt man viel Gutes, Schlechtes und Widersprüchliches zu lesen. Doch diese Büche kann ich aus meiner Sicht nur empfehlen. Sowohl zur Krebs-Prävention, als auch wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist..

–          Gemeinsam gegen Krebs. Naturheilkunde und Onkologie – Zwei Ärzte für eine menschliche Medizin von: Prof. Dr. med. G. Dobos und PD Dr. med. S. Kümmel.

–          Krebszellen mögen keine Himbeeren: Nahrungsmittel gegen Krebs. Das Immunsystem stärken und gezielt vorbeugen von: Prof. Dr. med. R. Béliveau, Dr. med. D. Gingras.

–          Das Antikrebs-Buch: Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln von: David Servan-Schreiber.

–          Dem Krebs davonleben: Wir haben die Chance von: A.  Rexrodt von Fircks

Viel Spaß beim Lesen und Weiterbilden 🙂

Lately I am beginning to find
That I should be the one behind the wheel

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