Mut, Hoffnung und was es sonst noch braucht..

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Schwäche muss man sich erlauben. Heute ist so ein Tag.
Keine neuen schlechten Nachrichten. Eigentlich sogar Gute: Es wird erst bestrahlt und sollte das noch nicht ausreichen, kann man gut operieren, meinte der Neurochirurg heute.

Dennoch erhöht sich für mich langsam der Druck in der Blase, die ich um mich herum zum Schutz aus bunten Lichtern, Emotionen und Energien  aufgebaut habe.
Ich sehe meine Umwelt, die neuen Studenten, die Omas und Opas, die Jungen und Alten, Kinder, Mütter. Alle wirken so unbeschwert.
Ich fühle mich in in dieser Umgebung so allein und verdränge den Gedanken, dass niemand so ein blödes Schicksal teilen muss wie ich.
Dass das Quatsch ist, weiß ich.. Doch die Möglichkeit schmerzt.
Ich fühle mich völlig zu Unrecht in dieser Situation. Niemand den ich beschuldigen kann und niemand, der ein Patentrezept vorlegen kann. Alle wollen helfen und alle muss ich vertrösten.. Ich fühl mich wieder wie dieses aussetzige Wesen, das an den normalen Inhalten, Themen und Gedanken der Gesellschaft nicht teilhaben kann, weil der Überlegebnswillen alle Ressourcen vereinnahmt.
Wenn nächste Woche alle Erstis zur Uni stürmen, sich über ihre Frisur und den vollen Stundenplan unterhalten, sitze ich unter ihnen und habe ganz anderen Problemen im Kopf. Ich hasse dieses Gefühl des Ausgegrenzt-Seins. Die Furch davor ist sicherlich schlimmer als alles tatsächliche. Keine Ahnung, wie ich diese neue Behandlungsstrecke mit einem studium vereinbaren kann, aber es zumindest zu versuchen, habe ich mir vorgenommen.
Nun, da Ärzte und Terminpläne wieder über meinen Alltag bestimmen, muss man sich als kleines Individuum treu bleiben. Darf nicht unter gehen im Sturm der medizinischen Versorgung eines Unikrankenhauses.
Wenn man auf irgendwelchen kalten Apperaturen liegt und die Schwester routiniert den Untersuchungsvorgang erklärt, komme ich mir immer sehr schutzlos vor. Das sind die Momente, in denen die Blase aufplatzt, in der Wut und Traurigkeit kommen und mich einnehmen.

Und dennoch kann ich am Ende dieses vielleicht etwas trostlos anmutenden Posts nur sagen:
Auch das wird nächstes Jahr hinter mir liegen und so schnell wie Behandlungsmarathon No.1 wird auch diese Krebszeit an mir vorüber ziehen, mich als starke und weise Frau zurück lassen, die niemals aufhört an die Heilung zu glauben.
Denn das Leben ist IMMER schön, ob aufgelöst in Tränen, der Freude oder der Trauer. Denn Emotion bedeutet Leben und Leben ist das, was vor mir liegt!

Sendet mir Kraft und gute Energien, davon kann ich nicht genug bekommen und verspreche, euch euren Teil bereichert zurück zu geben. 🙂

Und zur Aufheiterung noch ein paar Urlaubsbilder aus unserem Türkei-Urlaub

Und noch ein schönes Lied, passend zur Stimmung..
Aus dem schönen film ONCE:

Falling slowly, eyes that know me
And I can’t go back
Moods that take me and erase me
And I’m painted black
You have suffered enough
And warred with yourself
It’s time that you won

Take this sinking boat and point it home
We’ve still got time
Raise your hopeful voice you had a choice
You’ve made it now.

»

  1. Liebe Mari, ich weiss nicht wirklich was ich schreiben soll, was ich sagen soll. Da denkste: „Alles wird gut“ und dann taucht noch ne Umleitung auf und der Weg zum Alles-wird-Gut wird erheblich länger. Ich wünsche Dir Kraft und Mut und Zuversicht.

  2. Meine liebe Mari, auch ich wünsche dir die Kraft, das alles noch einmal zu bestehen! Du weißt ja, wie sehr ich dich bisher dafür bewundert hab und ich bin sicher, dass du, auch wenn manchmal alles dunkel und trübe erscheint, du immer ein Licht aus deinem Inneren hervorzaubern und die Welt um dich herum aufhellen kannst. Ich denke an dich und wenn du mir noch einmal deine Adresse schickst, dann werde ich dir auch per Post ein paar sonnige Gedanken aus Neuseeland senden! 🙂
    deine Johanna

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