Vertrauen auf das Gute

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Ich möchte es vermeiden, mir, dem Blog, und meiner Geschichte eine religiöse Ausrichtung zu verleihen, da ich mich mit Religion und Glauben weder festlegen noch anlegen möchte (Man weiß ja nie!!). Und doch spüre ich die große Präsenz des Themas in meinem momentanen Alltag.
Die Hinwendung der Menschen an Gott, die für mich beten und nicht zuletzt meine eigene Hoffnung, die für mich rational aus einem unglaublichen Pool des Vertrauens an das Gute gespeist wird, lassen mich über die Motivation und das Vorhandensein von Spiritualität nachdenken. Dieser Glaube, eine Gewissheit, die ich niemals so stark in meinem Leben gespürt habe- das kann doch kein Zufall sein!

Die gerade zahlreichen Termine in der Uni-Klinik führen mich immer von Abteilung zu Abteilung. Im Verbindungsflur des Uni-Klinikums Marburg durchquere ich dabei mehrfach den Flur mit der Kapelle und dem Krankenhaus-Pfarramt, wenn ich vom Neu- in den Altbau gehen muss.

Häufig in diesen Momenten kam mir der Gedanke, dem dortigen Pfarrer einfach mal einen Besuch abzustatten, mit der Bitte ein paar gute Worte für mich sprechen könnte. Mich zog dieses Bild der offenen Arme, die mich aufnehmen, trösten und heilen könnten magisch an.
Doch ich habe es nicht gemacht.
Gestern führte mich mein Weg dann zufällig in den Marburger Christus-Shop und auch hier machte sich dieses Gefühl, des sich fallen lassen Könnens in mir breit und eine seltsame Rührung und Weichheit brachte mir beim Schlendern durch die Buchtitel und Postkarten immer wieder Tränen in die Augen.
Ob es nun Schicksal oder Vorsehung war- in dem Laden saß bei Kaffee und im Gespräch mit der jungen Verkäuferin vertieft, ein 67-jähriger Jazz-Pianist aus Amerika, der mich ansprach und mir seine Lebens- und Leidensgeschichte erzählte.
Der Mann wirkte unglaublich fit. Er war fröhlich, hatte Krebs und Bluthochdruck überwunden und garantierte mir, es sei noch nicht an der Zeit für mich, zu streben..

Eineinhalb Stunden später verließ ich den Laden wie beseelt, in Glauben und Hoffnung – mehr noch als zuvor.
Ich kann nicht sagen, dass mich dieses Erlebnis der Kirche und dem christlichen Glauben näher gebracht hat, aber ich stelle fest, dass das innere Vertrauen in das Gute lebensnotwendig ist. Doch wer schenkt einem dieses Vertrauen, wenn man sich alleine und verlassen fühlt? In wirklichen Lebenskrisen?
In diesen Augenblicken bin ich froh um die hypothetische Möglichkeit einer großen Kraft, die nur das Gute im Sinn hat und mir versichert: Du hast so Recht, dies ist deine Prüfung, du wirst es schaffen. Hab keine Angst. Ich bin bei dir. Jederzeit.

So rational man es betrachten möchte, muss sich jeder Mensch eingestehen, dass kein anderes Lebewesen diese Rolle für einen übernehmen kann, weswegen der Bezug auf die Allmächtigkeit plötzlich existenziell wird, um an sich selbst und die Hoffnung glauben zu können.

Ich danke euch allen für eure gute Energien und die zahlreichen lieben Worte.
Sie schenken mir viel Kraft und Hoffnung!

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  1. I like I like – tolle Geschichte, tolles Erlebnis – ich glaube Agnostiker fühlen sich immer gerührt, irritiert und verunsichert zugleich, wenn Gedanken zu Spiritualität, der Kraft der (Nächsten)Liebe und den mataphysischen Verbindungen zwischen Menschen sich ihren Raum greifen.

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