Freud und Leid

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Seit Freitag durfte ich wegen der krassen Nebenwirkungen meine Tyverb-Medikation reduzieren. Glücksfall!!
Seitdem ist mein Appetit zurück gekehrt und mein Bauch jauchzt vor Freude über jede „Leckrigkeit“, die ich ihm vorsetze. Und ich jauchze natürlich mit, denn nichts ist so Freud- und Spaßraubend wie keinen Sinn fürs Essen mehr zu verspüren.
So habe ich also das Wochenende recht entspannt durchlebt, konnte Kraft tanken und mich langsam auf die kommende Woche einstellen. Ich merke wie ich von Tag zu Tag „entspannter“ wurde, aber irgendetwas trügerisches befindet sich in dieser „Entspannung“klimt-77

Morgen nun findet also die Nachuntersuchung meiner Strahlentherapie statt.

Bin ich aufgeregt?

Nein

Bin ich nervös?

Und wie!!

Ich habe das Gefühl, seit Tagen keinen geraden Satz mehr sprechen zu können und bin vollkommen verunsichert und ängstlich, wie es im Gespräch mit dem Arzt morgen sein wird.

Zu allem Überfluss habe ich heute auch noch die Absage der Stipendiums-Stiftung erhalten, bei der ich mich im Oktober beworben hatte.
Neben der Hiobsbotschaft der Metastasen, des neuen Studiums und dann der Bestrahlung hatte ich die Unterlagen zusammen gestellt, Empfehlungsschreiben besorgt, Motivationsschreiben verfasst und NUR, weil ich einen falschen Bogen ausgefüllt hatte, ist nun alles für die Tonne und ich wurde nicht einmal zum Gespräch eingeladen weil ich wegen meines Fehlers nicht geeignet für eine Förderung erscheine. Bitter und Frustrierend.. Aber eben meine Schuld..

Nun hoffe ich, dass nach diesem heutigen Mist-Tag morgen in der Klinik nur noch eine gute Nachrichten auf mich wartet. Ich glaube ich stelle den Sekt schon mal für alle Fälle kalt. Betrinken kann ich mich damit immer noch- egal wie es läuft.

Noch einmal schlafen. Ich fühle mich verschlossen und hermetisch abgesichert wie Tschernobyl. Ich hoffe nichts explodiert. Aber ich bin vorbereitet.

 

Hier noch ein Kampf-Song zum mitmachen und mitsingen:

„Sorry I was cruel, I was protecting myself
Drifting along with my swords out flying
Tattering my own cells and I tattered yours, too
Took you and rocked you around me like a spell

Oh, how now the cold seeps in, oh
Oh, how now I cast you into the wind

Wracked by winter, I’m cupping my coals in the sand
Growing like a starlight ‚cross the garden of night, I’ll think
Bones look lonely, memories surround me
Good times, skeletons are kicking at the ground

Oh, how the night drags on, oh
But I think I see a pink light and the coming of dawn
Oh, how the night drags on, oh
But in the fading of the constellations, I am growing strong“

»

  1. Hallo Mari,

    ich bin ebenfalls eine Betroffene und blogge ebenfalls seit der Diagnose (2006)
    Inzwischen kenne ich viele Brustkrebsbloggerinnen, manche virtuell und manche inzwischen auch im realen Leben. Einige sind auf meiner Seite verlinkt und da gibt es für Dich sicher ganz viel zu erfahren und auch zu fragen.

    lieben gruss
    sue

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