Wenn Leben nicht mehr schöner sein kann

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Ich habe Urlaub (genommen).
Absolute Stille herrscht in der Hinterhofwohnung meiner Freundin im Zentrum Berlins. Der frisch gemahlene Kaffee mit Mandelmilch  trägt sein Übriges zu meinem Wohlgefühl bei und vor mir stehen bis Donnerstag drei weitere Tage mit meiner  Freundin, Großstadtluft und Kulturinfusion.
Während sie auf der Arbeit ist kann ich in ihrer Wohnung (Holzdielen, helle Möbel und beige Textilien) Entspannen, Kräfte auftanken und  finde Zeit und Muse, endlich mal wieder einen Blogeintrag verfassen.
Wir sind gestern Abend gemeinsam in Berlin angekommen, waren noch in einem chinesischen Imbiss um die Ecke Abendessen und ich hätte zerspringen können vor Glück.
Dort sein zu können, beschwerdefrei und mit so viel freier Zeit im Gepäck- wie könnte es schöner sein?
Erstaunlicherweise bin ich ja vor allem seit meiner Neuseelandreise eine Person, die gerne auch mal alleine ist und seine Umgebung auf eigene Faust erkundet.
Daher freue ich mich auf lange Spaziergänge mit meiner Kamera durch Berlin, ehe am Donnerstag meine Mitfahrgelegenheit nach Lärz auf mich wartet (oder ich auf sie).  Dieses  Jahr kann ich nämlich wieder das Fusion-Festival besuchen, das ich im vergangenen Jahr wegen gesundheitlicher Gründe  während meiner Bestrahlung sausen lassen musste. Ihr merkt: Die Aussicht auf meinen Urlaub wird besser und besser. Nur noch das Wetter könnte etwas gütiger sein, finde ich. Auf der Fusion erwarten mich weitere vier Tage Halli Galli, Kunst, Musik und Kinderzauber für Erwachsene, ehe ich Sonntag oder Montag nächster Woche wieder zurück nach Marburg fahren muss.
Mir diese ganze Woche frei machen zu können war erstaunlich einfach und sicherlich ein wahrer Glücksfall, dass nicht irgendein Arzt-, Amts- oder Prüfungstermin in diese wenigen wertvollen Tage gefallen ist.

..if you just smile..

Noch etwas zu meiner Gamma Knife Behandlung vom 11.6.:
Das Gamma Knife Zentrum Frankfurt ist eine sehr angenehme kleine Praxis mit dem Erscheinungsbild und dem Eindruck einer Privatpraxis. Sehr nette Ärzte, Mitarbeiter und ein fast leerer Wartebereich sorgen für eine entspanntere Behandlung, als auf vollen Keller-Fluren des Uniklinikums die Stunden absitzen zu müssen, ehe man entnervt und verschreckt von den Schauergeschichten der Sitznachbarn endlich aufgerufen wird.
Nachdem das ganze Procedere an diesem Tag endlich überstanden war-  ein voller Tag von 9-18 Uhr, den Kopf eingespannt in einen Rahmenkubus aus Aluminiumstäben, mit dem ich auf einem Tisch fixiert radioaktiver Strahlung ausgesetzt wurde-  brauchte ich noch vier weitere Tage der Erholung, um wieder auf  Spur zu kommen. Die Behandlung war zwar anstrengend und gegen Abend mit Kopfschmerzen verbunden, da der Schädel unter ständiger Spannung stand, aber diese unangenehmen Empfindungen waren schnell wieder vorbei , da ich nach der einmaligen ambulanten Behandlung wieder nach Hause gefahren werden konnte.

Zwei Tage nach der Behandlung haben ich wieder mein ganzes Programm mitgemacht, mit dem Ergebnis, dass ich, in der Situation belastet oder nicht, eine Lichtblitzattacke nach der nächsten bekam. Ich meldete mich daraufhin für den Folgetag krank, entspannte insgesamt auch in den nächsten Tagen etwas mehr und seitdem ist bei jedweder Belastung, die bis dato Anfälle ausgelöst hat, alles ruhig geblieben. Yippie!! Ich glaube, die Bestrahlung hat schon Ergebnisse erzielt! Die Wunden, die an  Stirn und dem Hinterkopf durch die Halterung des Rahmens entstanden sind,  heilten komplikationslos ab und waren nach einer Woche schon nicht mehr zu sehen. Davor braucht man also keine Angst zu haben.
Ich nehme ausserdem seit vergangener Woche Zoladex Chemo-Tabletten, die laut meiner Ärztin super verträglich sind (ich habe tatsächlich noch keine Nebenwirkungen gemerkt) und die Metas zum einen in Schach halten sollen und bestenfalls auch bekämpfen.
Ich bleib dran, das Beste zu erwarten und habe vor allem durch die nun verhältnismäßig  lange Zeit ohne Lichtblitze schon ganz vergessen, dass da noch etwas Gefährliches in mir schlummert.
Ich hoffe daher,  dass diese anfallsfreie Zeit nun für immer andauert, damit ich wieder unbelastet leben, Sport machen und mich streiten kann, ohne wegen Lichtblitzen und der Angst vor einem epileptischen Anfall  ausscheiden zu müssen.

Warten in der „blauen Stunde“ am Alex

 

So ihr Lieben, ich freue mich, dass ihr meinem langen Bericht bis hierhin gefolgt seid.
Ich hoffe und wünsche euch, dass ihr in eurem Leben auch gerade auch ein oder mehrere Momente vollen persönlichen Glücks finden und erleben könnt. Kluge Sprüche dazu gibt es ja genug, daher nur ein Bild von mir, gestern Abend in einem Moment vollsten Glücks 🙂

Namaste

»

  1. Das hört sich gut an. Ich gehe dieses Jahr wieder auf die Klangtherapie 😉 ist kleiner als die Fusion, aber auch toll.

    ääähhm. Zoladex ist meines Wissens Antihormontherape und keine Chemo ??

    ich drücke Dir die Daumen für eine ganz lange, blitzlose Zei und wünsche Dir super viel Spass auf der Fusion.

    lg sue

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