Gute Zeiten – Schlechte Zeiten

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Gute Zeiten – Schlechte Zeiten

Nun ist es wirklich etwas her, seit ich meinen letzten Post veröffentlicht habe.
Es war etwas Alltag in mein Leben zurück gekehrt. Ein bisschen Normalität, die es mir ermöglicht hat, mich mit meiner Nasenspitze mal wieder über den Tellerrand zu trauen.
Aber natürlich ist das Leben immer dann am schonungslosesten, wenn man sich in scheinbarer Sicherheit wähnt.
Nach 4 Monaten Ruhe, Hoffnung und freudiger Erwartung, dass sich die Metastasen zurückgebildet haben, bekam ich in der aktuellen Untersuchung den Befund: Es ist nichts explodiert, aber drei Herde seien vermutlich gewachsen. Die Tumor-Konferenz brachte den Vorschlag: Raus damit!
Nun bin ich am Überlegen, ob ich andre Methoden, Zweitmeinungen oder die Abwarte-taktik wählen soll und fühl mich erneut an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich ganz allein über mein Leben entscheiden muss, da mir niemand eine solch wichtige Entscheidung abnehmen kann. Dabei hatte ich gerade begonnen, mich endlich wieder anderen Dingen zuzuwenden, die in den letzten zwei Sommern zu kurz kamen.

Traurig aber wahr..

Und immer noch die Trauer um meine Haare..
Sie wachsen außer im oberen Kopfbereich ganz ordentlich, aber nach einer der beiden OPs (ein wird in der in der Stirngegend sein) würde ich noch schlimmer aussehen, als bisher.
Ich glaube, wenn ich wenigstens wieder meine vollen Haare hätte, könnte ich das alles irgendwie besser verkraften, aber so fühl ich mich einfach nur scheußlich stigmatisiert und vom Krebs auf ganzer Ebene in den Arsch getreten.

Es ist komisch zu sehen, mit wie viel Power ich diesen Blog begonnen habe und wie sich alles nun schon entwickelt hat. Ich versuche immer noch daran festzuhalten, dass alles wieder gut wird (Mit Haaren oder ohne), aber im Moment bräuchte ich mehr Überzeugungskraft und Hoffnung. Ich denke, es ist absolut normal, auch mal deprimierte Phasen in einer solch ernsten Lage wahrzunehmen, aber sie sind eben weitaus angsteinflößender, als so zu tun, als wäre dennoch alles in Ordnung.
Und Angst ist eben etwas, das ich gerade sehr stark spüre.

Vielleicht hat ja der ein oder andere Blogbesucher Lust, mir ein nettes Wort zu senden.
Ich würde mich freuen.

Und nun noch zu einem Musikalischen Ohrenschmaus, dem ich vergangene Woche auf einem Konzert beiwohnen durfte.

Alles Liebe, Liebe Grüße

Namaste

„And I’m trying my best to be tough
To pretend I am strong and can siphon it off
But I’m not who I wanted to be
In my heart I belong in a house by the sea“

 

»

  1. Liebe Mari,
    ich empfinde es als verständlich, dass Du Angst hast. All das was geschieht wird Dich verändern innerlich und äußerlich und Du kannst Dir kein gutes schönes Bild davon machen und sagen „es wird so und so sein und es wird gut sein“. Denn Niemand weiß was werden wird. Was Dich vielleicht trösten kann ist, an Deine persönliche Stärke zu glauben, dass Du egal wie es sein wird, etwas draus machen wirst. Etwas Neues und Anderes. Aber etwas, was dann zu Dir passen wird.

    Stark sind nicht die, die niemals fallen. Stark sind die, die immer wieder aufstehen, egal wie oft sie fallen.

    Denk an alles was Du schon schwieriges erlebt hast in Deinem Leben und vorallem überlebt! Du wirst wieder aufstehen.

    LG
    Coreli

  2. Liebe Mari,
    Du schaffst das!
    Ich schreib jetzt nicht, dass das eine große Scheiße ist und dass ich das nicht von Dir lesen wollte. Ich schreibe einfach:

    DU
    SCHAFFST
    DAS

    Kopf hoch, Haare ab und weitermachen !

  3. Liebe Mari
    Es ist etwas über ein Jahr her, dass ich in einer verzweifelten Nacht wilden googelns bei deinem Blog gelandet bin.
    Deine, sich durch jeden Deiner Posts ziehende Lebensfreude, deine Stärke und dein Optimismus haben mir während meiner Brustkrebs Chemozeit wirklich Mut gegeben. Bitte behalt deinen Mut, ich weiß, wie mies es sich anfühlt ohne Haare zu sein. Vielleicht sind diese OPs eine Möglichkeit dieser Krankheit endgültig den Stinkefinger zu zeigen. Und dann bis zu deinem 90 sten Normalität und Alltag zu genießen. No fear Anne

  4. Da kann ich mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Du schaffst das, da glaube ich ganz fest dran!
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen und Zuversicht und auch Mut eine Entscheidung zu treffen, die für Dich gut ist.

    Viele Grüße und alles Gute!

  5. Hallo Mari, ich bin 35 und habe Brustkrebs, bin mitten in der Chemo. Auch ich habe Gute und schlechte Tage, wenn es mal irgendwo zwickt bekomme ich Angst vor dem was noch kommen könnte, aber nicht muss. Du darfst ruhig traurig und wütend und ängstlich sein und auch mal verzweifelt, aber gib nicht auf, denk so positiv wie es geht, kämpfe weiter, Du bist stark und es lohnt sich. Die Ärzte würden nicht von einer OP sprechen, wenn es auswegslos wäre. Ich kann verstehen, dass Du eine zweite Meinung einholen möchtest und ich denke bei so einer Operation ist es wichtig sich so sicher und auch so aufgeklärt wie möglich zu sein. Und ich denke gerade vor einer Kopfoperation ist es normal Angst zu haben, aber versuch zu vertrauen. Du bist stark und wirst es schaffen. Und Du hast sicher viele Menschen, die Dich unterstützen. Tschakka! Ich habe bei einer Reha viele jüngere Menschen kennen gelernt, die eine Hirntumorop sehr gut überstanden haben, aber alle hatten vorher grosse Angst, ist doch klar.

  6. Liebe Mari, ich lese das jetzt erst – überlege, ob Du Dich in Berln in der Charité erkundigst zu deren Erfolgen und Arbeit mit dem Cyberknife (OP-freie Entfernung von Tumoren im Hirn), Gruß, alles Gute, Kopf hoch, ob mit oder ohne Haare, Susanne

    • Liebe Susanne, diese Behandlung habe ich bereits recht erfolgreich in Frankfurt machen lassen. Kann ichs her empfehlen!
      Trotzdem vielen Dank für deinen Tipp!!

      Liebe Grüße
      Mari

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