Kacke-Flatrate

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Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet eben zum Berg. In diesem Sinne habe ich heute erneut schmerzhaft begreifen müssen, dass es heimtückisch sein kann, sich auf andere, fremde Menschen zu erlassen, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht. Gleichzeitig musste ich lernen, auch anderen den Eingriff gestatten zu können, da mir die Verantwortung gerade in Hochphasen der Beanspruchung momentan etwas entgleitet. Und anstatt mich auf einen entspannenden Reha-Aufenthalt zu freuen, freue ich mich jetzt besser auf Entspannung zu Hause.

„Du ziehst das Unglück an wie ein Magnet“ Bäm! Dieser Satz sitzt.. -und leider ist er gerade ziemlich wahr.
Weil ich auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich letzten Mittwoch sechs Stunden in der Notaufnahme gesessen, bin1000km durch die südliche Provinz gegurkt, habe Schweiß und Tränen verloren und lande letzten Endes doch wieder in Jogginghose im Marburger Uni-Klinikum, weil die Reha-Klinik mit ihrem rosa-pinken-puderzuckrigen Ansichten kein Risiko bei einer jungen Frau mit Hirnmetastasen eingehen will. Lieber als mich bei ihnen zur Ruhe kommen zu lassen, schicken sie mich schnurstracks wieder nach Hause. Güter Weise durfte ich eine Nacht bleiben, da meine Abreise sonst in die Abendstunden gefallen und meine Ankunft in Marburg gegen Mitternacht zu erwarten gewesen wäre.
Frauen unter vierzig, mit einer (,Entschuldigung,) furchtbaren Liebhabe zu allem was pink ist, weil Pink den Brustkrebs-Kampf symbolisiert und Frau sich damit zu fühlen scheint, wie eine amazonische Kriegerin, säumten die Räume und Flure der kleinen Frauenklinik  dort. Zum Essen gibt’s Hirnsuppe (Wirklich!!), Krautschupfnudeln und viel Fleisch. Ich verstehe die hervorragende Bewertung dieser Reha-Klinik in „Hintertupfingen“ ehrlich gesagt nicht, in der man bis zum Eingang erst mal 800m steil bergauflaufen muss- ohne Shuttle vom Bahnhof oder zumindest vom Busbahnhof.
Für mich war war dieser Kurztrip ein echtes „Hotel California“: „..I was thinking to myself: This could be heaven or ths could be hell..“.
Alles, was ich an diesem Abend noch Gutes tun konnte, war schlafen zu gehen. Und so legte ich mich auf die unter mir quietschende Matratzenunterlage aus Gummi, ehe ich am nächsten Morgen wieder den Rückweg nach Hause antreten konnte.
Ergebnis dieses Ausflugs: Ein aufregend aufreibender Stress-Tag und die Erkenntnis: Ich kann mich ohne den ganzen Stress glaube ich auch ganz gut zu Hause entspannen. Da kostet das Internet wenigstens keine 4€ pro Tag und das Fernsehen und Telefon mit 2,50€ und 2,- sind daheim auch billiger. Und meditieren und walken kann ich sowieso umsonst.

Morgen geht´s dann mit mir trotzdem erst mal wieder in die Klinik zur diagnostischen Abklärung. Mit MRT und Fencheltee. Hoffentlich nicht für allzu lange. Der Krebs-Koller nimmt langsam Einzug. Wo kann man bitteschön Urlaub von sich selbst nehmen?

Aber soweit sogut..
Dann werde ich mich eben wieder in die Hände von Halbgöttern legen und auf bessere Tage hoffen. Im offiziellen Brustkrebsmonat Oktober, meinem persönlichen Brustkrebsschicksalsmonat, habe ich immer besonders Angst vor schlechten Nachrichten. Also bitte alle eifrig Daumen drücken!!!!!!

Dieses Video erscheint eins dieser liebenswerten kurzen Botschaften zu sein, die unser Leben wertvoller und handlicher erscheinen lassen sollten. Eigentlich mag ich diese Art Film. Doch dieser ist anders.. Aber seht selbst:

Wer Lust auf das Lied bekommen hat, hier gibts die ganze Freude am Stück:

Und ihn hier sollte man auch nicht verpassen. Auch wenn man sonst nichts zu tun hat, der Körper gibt einem allein genu schöne Hobbies und betätigungsfelder. Tolle Moves auf jeden Fall!!

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  1. liebe mari,
    wenn du gefunden hast wo und wie man urlaub von sich selbst machen kann….dann lass es mich bitte wissen. fände ich ne gute nummer.
    meine daumen hast du
    alles liebe
    babs

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