Sammeln und geben – Von Mäusen und Menschen

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Guten Morgen ihr lieben Mäusegesichter.

frederickNachdem die letzten Monate ins Land gegangen sind, möchte ich euch heute wieder ein Lebenszeichen senden. Erst war der Sommer und nun kommt der Herbst, Zeit der Ernte und der Beginn der inneren Einkehr. Wenn man das so sagen darf, befand ich mich seit meinem letzten Beitrag auf hoher See. Ich erlebte die Gezeiten, den Sturm und den Wind, die Sonne und die Hitze, den Mond und die Sterne. Ich erlebte Freunde und Feinde, Durst und Hunger, Angst und Trauer. Und nun: Nun bin ich endlich gestrandet und erlebe den farbigen Dschungel des Alltags, sein Lachen und Schreien sowie die Früchte und Freunde, die diese Reise begleiten.

Ich bin umgezogen und ich habe begonnen normal und in Vollzeit zu arbeiten. Wenn ich über meine bisherige „Reise nach Ithaka“ Brustkrebszeit, Nov. 2011 nachdenke, bin ich mittlerweise mehr als stolz, solchen Mut und solche Kraft an den Tag gelegt zu haben. Ich danke meinen Feinden, die mich bis hierhin formten und ich danke meinen Freunden, die mich bis hierhin unterstützen und trugen, wenn es fast nicht mehr weiter ging. Ich hoffe, ich werde noch lang, lang nach Ithaka brauchen und möchte an dieser Stelle, in einer Oase nach Jahren des Sturms, danke sagen und mich verneigen vor dem Leben, das mir mit vielen seiner Qualen und mit noch mehr seiner Zuneigung und Liebe, Hoffnung und Freude geschenkt hat.

Nichts anderes als Wunder erwartete ich vor knapp vier Jahren. Und bis heute ist genau das passiert. Wenn ich mich nun beobachte und meine Freude am Leben und im Dasein spüre, mein Lachen höre und die Zuversicht in meiner Stimme und den Augen der anderen wahrnehmen kann, bin ich so zufrieden und glücklich wie nie.
Ich habe solches Glück, denn ich kenne meine Feinde. Ich kenne meine Freunde und ich habe lernen können, früher oder später, die einen von den anderen zu unterscheiden.
Und wenn ich morgens im dunklen auf die Arbeit gehe weiß ich, dass es keine Bürde, sondern eine Ehre ist, meinen Mitmenschen ein Stück meines Lebens zu schenken und selbst etwas dafür zu bekommen.
Es ist eine Oase, in der ich gerade rasten kann, denn sicher kommen wieder andere Zeiten. Doch bis dahin genieße und erlebe ich alle Fülle, die mir das Glück für einige Zeit nur sporadisch gab.

Ich hoffe, ich schreibe nicht zu metaphorisch und zu sehr von meinen wundersamen Beobachtungen, denn ich möchte nicht prahlen. Ich möchte Mut machen. Ferne möchte ich nicht Weisheiten predigen die euch helfen sollen, denn ich möchte nicht anmaßend sein. Doch ich glaube, sei jemand krank oder traurig, frei von Hoffnung oder arm an Liebe, die Brille der Sicht auf das eigene Leben liegt in sich selbst verborgen und wird entweder denen positiv zuteil, die sich mit den Schichten des Lebens auseinander setzten, oder denen, die sie sich durch innere Einkehr verdient gemacht haben.
Würde ich mein Leben mit jemandem tauschen können- ich würde es nicht tun. Die Ruhe und das Glück der kleinen Dinge möchte ich mir bewahren, denn sie sind der größte Schatz, den ich bis hierhin während meiner Reise bergen konnte. Ein Schatz im Tresor meiner Seele, den ich immerzu mit mir tragen kann. Meine Verbindung zur Weltlichkeit der gewöhnlichen, äußeren Dinge schenken mir meine Mitmenschen und meine Freunde. Darin liegt für mich die Normalität des Lebens, seine Struktur und der Wert der Zeit. Dass ich all das so umfassend erleben und erkennen darf macht mich glücklich.  -DANKE-

Anbei die Geschichte von Frederick der Feldmaus, die im ganz nebenbei die Kunst der Imagination und die Kraft der leiblichen Wahrnehmung darstellt, wie sie in der meditativer Körperarbeit angewendet wird

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