„Schreiben heißt: sich selber lesen“

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„Schreiben heißt: sich selber lesen“

Größer kann ein Bogen wohl kaum sein als der, den ich die letzten Wochen um meinen Schreibtisch zog, um meinen Blog und meine wehrten Leser mit einem Blogeintrag zu ehren.
In den vielen kleine Zielen, die ich mir gesetzt hatte, habe ich mich total verzettelt und letzten Endes nur die großen Vorhaben umzusetzen. So habe ich mich in kürzester Zeit in drei verschiedenen Vereinen und Projekten angemeldet Aber mein Körper schreit unentwegt:

„Mach das bloß nicht Zuviel! Dann kannst du ja gar nicht schauen, was diese Woche in der Internet-Mediathek läuft. Und du schaffst es nie deine Emails und Briefe zu Beantworten! Nicht mal mehr Zeit zum Stricken oder Spazieren gehen wirst du haben! Du könntest es so viel bequemer haben. Komm erst mal auf die Couch und leg dich hin; Die Emails und die ganze restliche Welt draußen sind morgen auch noch da!“.

So in etwa klingt das Monster, das mich Tag für Tag begleitet. Und es ist allein schon harte Arbeit, dagegen an zu arbeiten und mehr zu machen, als den Tag gemütlich auf dem Sofa zu verbringen Meistens, gelingt mir das. Aber es bedeute für mich wahre Kraftanstrengung. Das Leben böte mir bestimmt viel mehr Chancen und Möglichkeiten, um meine Zeit zu verbringen, wenn ich nur nicht oft weghören würde. Aber zum Glück, sind mir die Ausreden noch nicht ausgegangen.
Das mag jetzt für manche super faul klingen, aber der Spagat zwischen Schonung und Begegnung mit der Welt ist echt nicht einfach, wenn „man“ keine extrinsische Motivation hat.

Kürzlich habe ich endlich eine persönliche Email beantwortet. Während dem Schreiben stand dort eine selbst erlebte Geschichte von mir, die mir zeigte, dass mein Körper manchmal bequem sein mag, jedoch mein Geist nicht müde ist, Ideen, Gedanken und Geschichten wieder zu erwecken.
Wenn ich bewusst über folgende Geschichte nachgedacht hätte, wäre mir diese kleine Erzählung bestimmt nicht mehr in den Sinn gekommen.

>>Ich hatte einmal eine, von jemandem handgetöpferte Tasse. Sie war Smaragd-grün und Jade-türkis. Damals war ich auf Reisen. Lange Zeit.
Ich habe sie vor Ort in einem Gebrauchtwarenladen gekauft. An dieser Tasse fand ich etwas Feierliches, Festliches. Sie war eine Beständigkeit. Die schönste Tasse der Welt.
Als ich nach einem Jahr wieder zu Hause war, fiel mir diese Tasse eines Tages runter. Sie zerbrach in viele Stücke
Ich konnte sie aneinander kleben, damit sie wieder aussah wie früher. Aber eine Tasse, wie sie vorher war, war sie nicht mehr.
Sie dient mir nun als Blumentopf. Und als Erinnerung. Und sie ist, trotz der zusammengeklebten Scherben, noch immer die schönste Tasse der Welt.<<

Jedem Wesen liegt eine Interpretation dieser Geschichte zu Eigen.
Für mich liegt sie voller schöner Erinnerung und Hoffnung!

„Schreiben heißt: sich selber lesen“ hat Max Frisch einmal gesagt. Ein weiser Mensch.

Auf bald

 

 

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  1. Du findest immer die richtigen Worte. Genial spannend einfühlsam und wahrhaftig. Schreibe kind schreibe. So viele tun es die wenig zu sagen haben und so wenig aussagen. Du hast so viele Gedanken die anderen helfen können . Schreiben ist eine Berufung – nur wenige sind berufen. Du gehörst glaube ich dazu.

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