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Mal so – mal so

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Riiiiesengroßer Spaß beim Wochenendausflug nach Frankfurt. Auch oben ohne!

Wenn ich seit meiner Chemo bereits eins gelernt habe, so ist es, dass kein Tag ist, wie der andere.
Nachdem ich letzte Woche mit meinen Blutwerten hausieren gegangen bin, rutschten sie diese Woche so dermaßen in der Keller dass ich mich wirklich wundere, wie die Veränderungen von statten gehen und wie man es merken oder vielleicht auch beeinflussen kann.
Die Pharmakonzernfreundliche Uniklinik verordnet erst mal wieder Antibiotika. Als Vorbeugung!!  (Ich werde es nicht nehmen und weiterhin das Wohlfühlprogramm fahren). Dabei fühlte ich mich pudelwohl, bis ich wusste, dass meine Leukos auf 1,9 geschrumpft sind.
Selbst seitdem fühle ich mich nicht kränker als zuvor, jedoch wurde ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Und zwar, dass Chemo nun mal kein Zuckerschlecken ist. Das hatte ich die vergangenen zwei Wochen fast vergessen.
Am Wochenende gibt es wieder Apfelkuchen, wenn das mal nichts hilft..

Das vergangene Wochenende ging ich oben ohne.
Mit Unterstützung meiner Freundin wagte ich mein Outing und zog im voll besessenen Frühstückscafé die Mütze ab und.. NICHTS schlimmes passierte !!  Seitdem gehe ich selbstbewusst und liebevoll mit meinem Glatzkopf um und ernte nur nette Blicke und höfliche Gesten.
Ich hoffe dadurch natürlich auch, anderen unter ihren Perücken Mut zu machen, aus ihrer Heimlichkeit heraus zu treten und sich auch so zu zeigen, wie sie sind. Wenn man sich den Schritt erst einmal getraut hat, kommen einem die vielen Menschen mit ihren Haaren manchmal direkt lächerlich vor; All die Zeit, die man in seine Haare investiert. Ich muss mich nun nicht mehr vor Bad-hair days fürchten!

Wegen guter Führung sofort entlassen*

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Zweite Chemo, erster Bluttest. Ich fühl mich super, was hatte ich zu befürchten?

Es stellte sich heraus, dass meine Werte von einem Nicht-Chemo-Patienten nicht zu unterscheiden sind und hätte mir vor sechs Monaten jemand gesagt, dass ich eines Tages einen Hb-Wert von 17,5 haben würde, hätte ich ihr oder ihm den Vogel gezeigt..
ICH, die bei der Blutspende nie bis ins Spenderzimmer vordrang, weil der Hb-Wert stets zu niedrig lag.

So ändern sich die Zeiten.. Jetzt könnte ich endlich Blutspenden gehen- wenn da nicht.. Ja wenn ich nicht Chemotherapie bekommen würde..  Verrückt!

Auf der Suche nach dem Faktor, der mir solches Wohlempfinden beschehrt; mich so sorgenfrei und gesund erhalten lässt- den Faktor, den ich beibehalten muss, damit es mir die kommenden 20. Wochen auch so geht, meinten meine Freunde gestern: Mach genaus so weiter. So wie du es machst, ist es doch super!

Es ist immer schön, ein Talent in sich zu entdecken. Und wenn es nur das Talent ist, selbst genau das richtige für sich zu tun und trotz schadvoller Einflüsse die Freude am Leben und die guten Blutwerte nicht zu verlieren 🙂

 

*Zitat der Schwester in der Chemoambulanz beim Anblick meiner Blutergebnisse