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Vogelgezwischer- so ein wundervolles Geräusch

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noch mit einer schönen Geschichtem

Guten Morgen

So, es gibt mich noch.
Ich bin nach langen Monaten von Freud und Leid wieder aus meinem gemütlichen Mäuseloch geklettert,um euch ein Lebenszeichen und ein Geschichte mitzubringen.

Mein Blobeitrag-Rhythmus lag die letzte Zeit ungefähr bei einem Beitrag pro Monat. Doch der letzte Beitrag war im Januar. Seitdem saß ich relativ munter in meinem Mäuseloch und habe versucht, Farben und Geschichten für den kalten Winter zu sammeln. Fast wie Frederick, die Maus.

Ich bin im Frühjahr umgezogen und habe das Leben in einer Zwischenmiet-WG umgetauscht gegen eine Ein-Zimmer-Wohnung. Das Suchen einer Behausung jedweder Art in Darmstadt war, wenn man nicht zu den Studenten gehört und älter als 26 Jahre ist, milde gesagt schwer.
Es brauchte mehrere Wochen ehe der Umzug, Einzug, Packen, Auspacken und neue Möbel aufstellen erledigt waren. Gut, dass meine Eltern mir dabei helfen konnten. Sie übernahmen sogar einen großen Teil. Alleine hätte ich das niemals geschafft. Vielen Dank 🙂

Während des Umzugs traten die, durch meine Erkrankung bestehenden Defizite, erst voll in mein Bewusstsein. Seitdem ist das Hin und Her zwischen Ärzten, Arbeit und Erschöpfung auch für mich spürbar. Was schön werden sollte ist für zu Zeit sehr schwer auszuhalten. Man will mir helfen, ist mir gut zugetan, doch das ständige Auseinandersetzen mit meinem Krebs, der Epilepsie, meine Nicht-Können und meinen Fähigkeit setzt mich unter sehr viel Druck. Die Epilepsie ist häufiger gekommen, mein Mut weniger und ein Loslassen der Schnur käme einer Kapitalulation mit vielen negativen Auswirkungen gleich. Regeln und Gesetze sind für junge Krebs-Kranke wohl nicht gemacht. Die Bürokratie lässt ihre Paragraphen regnen, zu denen man scheinbar eine Fachfrau/Mann braucht. Ob erkrankt oder nicht.
Traurig genug. Es wird weiter geschwommen und zwar mit dem Kopf erhoben über dem Wasser-auch wenn ich mich manchmal untergetauscht fühle. Ich gebe die Schnur nicht frei. Aussicht auf Leben, Freunde und Arbeiten hält mich am Leben.

Leute in Darmstadt kennen zu lernen fällt mir weiterhin nicht ganz so einfach. Tanz- Ernährungs und Jonglage-Gruppen sind nach der Arbeit durch meine Müdigkeit durch die Epilepsie-Medis kaum drin. Ich müsste michöfter vor die Tür setzen, noch ehe der Herbst kommt. Doch woher weiß ich was mein Körper braucht, wenn das inne Bedürfnis (vielleicht auch der Schweinehund) sagt: „Ich will hier liegen bleiben und schlafen“? 😉 Nicht ganz einfach zu unterscheiden. Wenn sich jemand hier angesprochen fühlt, sich mit mir zu treffen, nur zu!! Ich lade gerne mal jemanden zu mir ein, oder gehe ein Heißgetränk trinken.

Fernab dessen geht es mir sehr gut. Ich habe tolle Eltern, eine liebe Familie, einen Freund, Freunde (wenn auch nicht viele in Darmstadt), ein Dach über dem Kopf und genügend Geld für meinen Lebensunterhalt. Dazu zwei gesunde Füße; Das haben viele Menschen nicht.

Zudem habe ich ein bisschen was im Köpfchen, nicht nur Metastasen. Ich freue mich, dass ihr meinen Eintrag gelesen habt. Ich versorge euch nun noch mit einer schönen Geschichte, fast wie ein Märchen. Jeder glaubt keine Flügel zu haben-Nicht fliegen zu können. Doch wir haben sehr viel zu geben.

Alles Liebe, ganz viel Gesundheit, Gesundung und Lebensfreunde!

 

 

 

Hipp, Hipp, Hurra!

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Am Schreibtisch scheint mir die dicke, warme Sonne ins Gesicht und begleitet mich in den Feierabend. Die Erkältungszeit ist vorüber, in Marburg strotzt die Oberstadt nur so vor leicht betrunkenen Erstsemester-Studenten, die Trink-Spiele in der Fußgängerzone veranstalten. Die Außenterassen der Cafés sind voll und die Sonnenbrillen sind endlich wieder im Einsatz.
Drei-ein-halb Jahre nach dem Ausbruch der Revolte in meinem Körper kann ich endlich wieder ohne Mütze in die Sonne gehen, ohne Halbglatze und voller Vorfreude und Erwartung auf einen beginnenden Sommer.

p1Mein „Post-graduierten-depressions-Loch hinter mir lassend habe ich mich in Näharbeiten von Stofftierenverstrickt, mich optimistisch in einem Fitness-Studio angemeldet und erstelle mir durch das Praktikum bis Pfingsten wieder einen geregelten Tagesablauf, der mich Tag für Tag an sinnvolle Dinge erinnert, die es zu tun gilt. Nach dem Praktikum kann ich hoffentlich zeitig ins Arbeitsleben eintreten. Ein relativ neuer Schritt in meinem Leben und ein spannender obendrein! Ich habe das Essen von Fleisch und das Trinken von Milch abgelegt und arbeite noch an der Entsagung von Butter, Joghurt und anderen Milchprodukten, die mich auf meinem frischen Weg gesundheitlich aufhalten könnten.
Ebenfalls das erste Mal seit über drei Jahren bekomme ich nicht mehr wöchentlich Post von Ämtern, Ärzten, Kliniken und Behörden. Das sehe ich als gutes Zeichen. Ich bin wieder da. stärker und kurzhaariger als zuvor. Einen Rucksack voller Vorfreude auf eine neue spannende Zeit in meinem Leben.
Und anstatt der bisherigen Ärzte, die mein Leben begleitet haben, wühle ich nun wieder in der Vergangenheit und stoße auf andere Ärzte, die unser Leben auch verbessern können.

Damit wünsche ich euch schöne warme Sonnentag und viel Gesundheit in jede Ecke!!

„Die Milch machts“

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Zwei Wochen ohne meine heißgeliebte Masterarbeit gingen ins Land und ich kam ohne sie mal mehr oder weniger gut zurecht. Da an jedes Tal auch wieder ein hoch anschließt, habe ich nach seit schlafreichen Tagen und Nächten, ohne die Aussicht jemals wieder wach und fit zu werden, wieder mein Selbstbewusstsein und meine Eigenaktivität gefunden.
Ich habe mich in einem Frauenfitnessstudio angemeldet, nachdem mein Körper sich immer mehr der Schwerkraft ergeben hat. Ich habe durch eine kompetente Beratung vor Ort meine Ernährung überdacht und werde neben mindestens zwei Mal Sport pro Woche in Zukunft Fleisch, Ei- und Milchfrei leben. Ich möchte mich nicht diesem Etikett Veganismus unterwerfen. Mein neues Label soll „Eigenverantwortliche Ernährungsform“ lauten, welche mir erlaubt, hier und dort Ausnahmen vorzunehmen, wenn ich das für sinnvoll halte. Die Doktrin einer kompletten Ernährungsumstellung, die mir Käse, Quark und Honig ohne Ausnahme verbieten würde, könnte ich ohnehin nicht Stand halten.  Aber aus Gesundheitsgründen auf die hormonbelastete, säuernde und tierunwürdige Herstellung bestimmter tierischer Speisen zu verzichten, scheint mir für in meinem Fall nun sinnvoll und praktikabel. Ich suche nur noch nach einer Käsesorte oder einen Hersteller, der einen Käse produziert, den ich dennoch ohne großes schlechtes Gewissen verspeisen kann, denn so ein bisschen Käse hier und da ist schon eine feine Sache. Eventuell wäre Rohmilchkäse eine Alternative. Wer mir diesbezüglich Ratschläge geben kann, ist herzlich willkommen.
Die Auseinandersetzung mit Mich-ja/nein wurde mir bereits zu Beginn meiner Brustkrebserkrankung nahegelegt. In dieser Zeit war mein Leben noch voller Anforderungen, Pflichten, Ängste und Verzichte durch die Therapie und die Nebenwirkungen. Nun, drei-einhalb Jahre später und zwei Studienabschlüsse später bin ich offen für einen Lebenswandel, der mir nicht nur mehr Selbstvertrauen, sondern auch mehr Respekt vor mir selbst zurück geben soll. Wie oft habe ich im Leben schon mit dem Gefühl gehadert, zu wenig zu können, zu wenig zu unternehmen und dadurch zu wenig „wert“ zu sein.. Nicht, dass mich eine Ernährungsumstellung zu einem besseren Menschen macht, aber die Empfehlungen und Ratschläge von Ernährungswissenschaftlern ernst zu nehmen und an mir, in meinem Leben anzuwenden, erscheint mir konsequenter, als auf einen guten Ausgang meiner Erkrankung zu haben und im Stillen kaum etwas dagegen zu unternehmen!

Aus diesem Grund habe ich mich im Internet informiert, um dem Mythos der bösen Mär von der Milch auf den Grund zu gehen. Es gibt sicher Tage, an denen man mehr oder weniger offen für derlei Informationen ist, die einem das Leben verbessern sollen, ohne dabei auf den ersten Blick besonders angenehm zu sein. Heute ist so ein Tag und nachdem ich ein bisschen recherchiert und mich informiert habe, möchte ich euch drei Seiten vorstellen, die aus wissenschaftlicher Sicht beleuchten, was Milchkonsum in der heutigen Industriegesellschaft bedeutet und wieso es sinnvoll ist, unsere gewonnenen Erkenntnisse zu globalem Milchkonsum und seine Resultate zu beleuchten.

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-krankheiten-ia.html

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-krebs-ia.html

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch.html

Nachtrag: Eine stets ausmerksame Freundin hat mich noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass „Zentrum der Gesundheit“ nicht die verlässlichste Quelle zur Information zu Gesundheutsthemen darstellt (http://solean.blog.de/2014/08/21/problematik-gesundheitsseiten-internet-beispiel-zentrum-gesundheit-19215858/). Ich möchte alle InteressentInnen auffordern, die dort gegebenen Mitteilungen nach dem eigenen Gefühl zu bewerten und als für sich zutreffend oder falsch zu bewerten und auf weitere Informationsquellen (z.B. Biokrebs siehe unten) zurückzugreifen

In diesen Artikeln wird viel Beachtung auf einen geringen Genuss von Milch gelegt, da diese nicht nur zu einer Übersäuerung des Körpers und einer damit einhergehenden erhöhten Entzündungsneigung im Körper führen kann (die Folgen können Rheuma, Arthrose oder Krebs sein), sondern ebenfalls auf eine erhöhte Gefahr für Osteoporose und Hauterkrankungen, wie Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte.
Dass Säuglinge und Kleinkinder auf einen Milchkonsum angewiesen sind, da sie von Geburt noch nicht richtig kauen und verdauen können, steht ausser Frage. Die Tatsache jedoch, wieso auch erwachsene Menschen noch zu einem Lebensmittel greifen, dass ihnen ernährungsbiologisch nicht von Nutzen ist und das auch noch in mannigfaltiger Darreichung präsentiert wird, hat mich allerdings stutzig gemacht. Denn selbst eine ganze Schokoladenindustrie möchte durch eine „Extraportion Milch“ aus  ihrer „Kinderschokolade“ ein wertvolles Lebensmittel machen. Besagtes Produkt besteht in seinem „Milchkern“ dabei lediglich aus Milchpulver und hat einen Zuckergehalt von 40% (Quelle Wikipedia-Kinderschokolade). Allgemein zu Ernährungs- und Werbeversprechen siehe auch:

http://www.foodwatch.org/de/informieren/essen-gesundheit/

buchWen speziell das Thema Brustkrebs und Milch weiter interessiert: Hierzu gibt es neben vielen Informationen im Internet. Z.B:
http://www.biokrebs.de/therapien/patienten-fragen/77-ernaehrung-ernaehrung/1118-milch-und-krebserkrankung
http://www.peta.de/milchundkrebs#.VO8oaS6i8rU

oder der Erfahrungsbericht: „Das Leben in deiner Hand“ von Jane Plant

Meine neue Mission wird nun sein, mich an Reis-, Mandel-, Hafer-, Kokos- und Sojamilch zu gewöhnen; denn wie man sieht: Die Alternativen sind vorhanden und die Argumente stehen bereit.

Bei mir ist jeden Tag Weltkrebstag, aber gut- dann „feier“ ich eben mit

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Alles Beste für alle Menschen und mich zum Weltkrebstag

Ich habe anlässlich dieses Tage mit einer Gruppe gemeinsam ein Statement auf Stern gepostet. Damit die Außenwelt mal mitbekommt, worüber wir toughen KriegerInnen in unseren Blogs schreiben.

An dieser Stelle mal vielen lieben Dank an meine Eltern, meine Familie und meine Freunde, dafür, dass sie mich nach wie vor begleiten und versuchen zu helfen, wo sie können, wenn ich hilfe brauche.
Ich danke euch!

http://blogs.stern.de/obenohne/weltkrebstag-2015-wir-bloggen-um-zu-helfen/

Zur Feier des Tages heute zwei tolle Songs. Der eine eher für die Ohren, der andere eher für Fans von Brigitte Bardot.


Gute Zeiten – Schlechte Zeiten

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Gute Zeiten – Schlechte Zeiten

Nun ist es wirklich etwas her, seit ich meinen letzten Post veröffentlicht habe.
Es war etwas Alltag in mein Leben zurück gekehrt. Ein bisschen Normalität, die es mir ermöglicht hat, mich mit meiner Nasenspitze mal wieder über den Tellerrand zu trauen.
Aber natürlich ist das Leben immer dann am schonungslosesten, wenn man sich in scheinbarer Sicherheit wähnt.
Nach 4 Monaten Ruhe, Hoffnung und freudiger Erwartung, dass sich die Metastasen zurückgebildet haben, bekam ich in der aktuellen Untersuchung den Befund: Es ist nichts explodiert, aber drei Herde seien vermutlich gewachsen. Die Tumor-Konferenz brachte den Vorschlag: Raus damit!
Nun bin ich am Überlegen, ob ich andre Methoden, Zweitmeinungen oder die Abwarte-taktik wählen soll und fühl mich erneut an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich ganz allein über mein Leben entscheiden muss, da mir niemand eine solch wichtige Entscheidung abnehmen kann. Dabei hatte ich gerade begonnen, mich endlich wieder anderen Dingen zuzuwenden, die in den letzten zwei Sommern zu kurz kamen.

Traurig aber wahr..

Und immer noch die Trauer um meine Haare..
Sie wachsen außer im oberen Kopfbereich ganz ordentlich, aber nach einer der beiden OPs (ein wird in der in der Stirngegend sein) würde ich noch schlimmer aussehen, als bisher.
Ich glaube, wenn ich wenigstens wieder meine vollen Haare hätte, könnte ich das alles irgendwie besser verkraften, aber so fühl ich mich einfach nur scheußlich stigmatisiert und vom Krebs auf ganzer Ebene in den Arsch getreten.

Es ist komisch zu sehen, mit wie viel Power ich diesen Blog begonnen habe und wie sich alles nun schon entwickelt hat. Ich versuche immer noch daran festzuhalten, dass alles wieder gut wird (Mit Haaren oder ohne), aber im Moment bräuchte ich mehr Überzeugungskraft und Hoffnung. Ich denke, es ist absolut normal, auch mal deprimierte Phasen in einer solch ernsten Lage wahrzunehmen, aber sie sind eben weitaus angsteinflößender, als so zu tun, als wäre dennoch alles in Ordnung.
Und Angst ist eben etwas, das ich gerade sehr stark spüre.

Vielleicht hat ja der ein oder andere Blogbesucher Lust, mir ein nettes Wort zu senden.
Ich würde mich freuen.

Und nun noch zu einem Musikalischen Ohrenschmaus, dem ich vergangene Woche auf einem Konzert beiwohnen durfte.

Alles Liebe, Liebe Grüße

Namaste

„And I’m trying my best to be tough
To pretend I am strong and can siphon it off
But I’m not who I wanted to be
In my heart I belong in a house by the sea“

 

Jünger wird man nicht..

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Als Frau Krebs zu haben, hat manchmal auch einen Vorteil. Zum Beispiel musste ich mir seit meiner Diagnose keine Bodylotion mehr kaufen.

Mein neues Hobby

Schmusen am Wegesrand

Und auch an anderer Stelle bekomme ich manchmal überraschend kleine Geschenke, die mir das Leben versüßen, vereinfachen oder einfach nur schöner machen. Danke an dieser Stelle 🙂
Als Beispiel nahm ich diese Woche an einem der bekannten (kostenfreien) DKMS-Schmink-Seminare teil.
Erst hatte ich Vorbehalte, mich dort anzumelden. Ich dachte, das kenn ich doch schon alles..
Doch eine Art Sozialassistenz bei meinem Onkologen empfahl mir den Kurs mit dem Tipp, da gäbe es immer was geschenkt. Von dem „Ausmaß war ich dann jedoch mehr als überrascht.

WG Revival-Tour mit Hipster-Felix

WG Revival-Tour mit Hipster-Felix

Zunächst einmal war der Schminkkurs super-nett geleitet. Es herrschte eine angenehme Atmosphäre, da alle mehr oder minder durch dasselbe Procedere gehen musste oder den Weg noch vor sich haben.
Das Geschenke-Angebot sprengt meine Vorstellungskraft. Ich bekam ein komplettes Pflege und Schmink-Sortiment hochrangiger Hersteller zur Verfügung gestellt und in dem dazu angeleiteten Schminkkurs lernte ich meine Haut zu pflegen und die Produkte so anzuwenden, das ich weder wie ein Mäuschen, noch wie ein Papagei aussah. Von der Reinigungsmilch über den blauen Lidschatten bis hin zum Lipgloss war alles dabei, sodass ich wirklich überrascht war, was man aus meinem altbekannten Gesicht noch allses so rausholen kann 🙂 Es hat sehr viel Spaß gemacht und obwohl ich mit dem ganzen Programm drei Mal mehr Zeit im Bad brauche, ist mir der Spaß am schön machen und das gute Gefühl, das damit einher geht, wert.
Infos über aktuellen Termine regionaler Seminare findet man entweder im Internet unter (http://www.dkms-life.de/programme-seminare/), bei der  „Breastcancer-Nurse“ oder an anderen Stellen, die Krebs-Patienten-relevante Flyer und Broschüren auslegen.

Diese geschminkte aber nicht gespielte Beschwingtheit begleitet mich bereits durch die ganze Woche- Meine letzte Ferienwoche.
Ich machte viel Einiges aber ein bisschen Nichts; Baumelte seelenruhig in Raum und Zeit, bereits mit Strickzeug und einem Bett in der Nähe zufrieden. Und nun habe ich auch den Grund für mein, für eine 29-jährige Frau noch etwa untypisches Verhalten, gefunden:
Denn gestern erhielt ich es schwarz auf weiß: Ich bin nun Rentnerin!
Von nun an also mehr Kuschelecken,  mehr Gemütlichkeit, noch mehr Stricken und noch mehr Abenteuer! Jippie!
Das man auch als „in die Jahre gekommene“ Rentnerin noch nicht zum alten Eisen gehört möchte ich euch mit meinem Foto aus der Passbild meets IKEA-Decke  beweisen.

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Übrigens möchte ich mal ein sich scheinbar noch immer standhaft haltenden Gerücht ansprechen:
Traubensilberkerze, besser bekannt unter dem Handelsnamen Remifemin®, das zur Behandlung von Wechseljahrs Beschwerden anwendet wird, wirke möglicherweise triggernd auf Hormon-Rezeptor positive Tumoren.
Die Nebenwirkungen der Antihormontherapie zwingen so viele Frauen in die Knie und bewegen sie dazu, die Tamoxifen-Tabletten abzusetzen. Tamoxifen ist jedoch eine wichtige Säule in der Nachsorge und sollte die angegebenen fünf Jahre genommen werden. Wo es Nebenwirkungen zu vermeiden gibt, kann man intervenieren- Traubensilberkerze ist so eine Möglichkeit.
Ich nehme Remifemin® seit 1,5 Jahren, erst zwei- nun nur noch eine Tablette (weil ich fest gestellt habe, dass ich selbst bei sportlicher Betätigung nie ins Schwitzen gekommen bin und mir stattdessen dauernd kalt war- selbst im Sommer). Seitdem genieße ich die kleinen Hitzewellen als willkommene Heizung in meinem sonst so unterkühlten Organismus.

Mein neues Hobby

Mein neues Hobby

„Es gibt mindestens ein Präparat (Remifemin®), das nachweislich keine Stimulation oder östrogenähnliche Wirkung entfaltet. Die positive Wirkung gegen Hitzewallungen erfolgt offensichtlich über andere Mechanismen durch die direkte Einwirkung von Botenstoffen im Gehirn im Bereich des Temperaturregulationszentrums. Für Präparate anderer Firmen liegen keine entsprechenden Dokumentationen vor.“ (Quelle: http://www.natur-heil-verfahren.de/pflanzliche-hormone/).

"Alice" und die Grinsekatze??

„Alice“ und die Grinsekatze??

Wenn man damit ein komisches Gefühl verbindet, sollte man von der Einnahme vielleicht weiterhin absehen, aber allen anderen kann ich ruhigen Gewissens zu Remifemin® raten Und nein: Ich habe keinen Werbevertrag unterzeichnet! 😉 Aber ich kenne eben auch die andere Seite, mit ständigen Hitzewallungen -und das ist reine, unkontrollierte Folter.
In diesem Sinne: Bleibt kuhl und haltet euch schön warm.

Seid von Herzen umarmt
Eure Mari

Wenn Leben nicht mehr schöner sein kann

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Ich habe Urlaub (genommen).
Absolute Stille herrscht in der Hinterhofwohnung meiner Freundin im Zentrum Berlins. Der frisch gemahlene Kaffee mit Mandelmilch  trägt sein Übriges zu meinem Wohlgefühl bei und vor mir stehen bis Donnerstag drei weitere Tage mit meiner  Freundin, Großstadtluft und Kulturinfusion.
Während sie auf der Arbeit ist kann ich in ihrer Wohnung (Holzdielen, helle Möbel und beige Textilien) Entspannen, Kräfte auftanken und  finde Zeit und Muse, endlich mal wieder einen Blogeintrag verfassen.
Wir sind gestern Abend gemeinsam in Berlin angekommen, waren noch in einem chinesischen Imbiss um die Ecke Abendessen und ich hätte zerspringen können vor Glück.
Dort sein zu können, beschwerdefrei und mit so viel freier Zeit im Gepäck- wie könnte es schöner sein?
Erstaunlicherweise bin ich ja vor allem seit meiner Neuseelandreise eine Person, die gerne auch mal alleine ist und seine Umgebung auf eigene Faust erkundet.
Daher freue ich mich auf lange Spaziergänge mit meiner Kamera durch Berlin, ehe am Donnerstag meine Mitfahrgelegenheit nach Lärz auf mich wartet (oder ich auf sie).  Dieses  Jahr kann ich nämlich wieder das Fusion-Festival besuchen, das ich im vergangenen Jahr wegen gesundheitlicher Gründe  während meiner Bestrahlung sausen lassen musste. Ihr merkt: Die Aussicht auf meinen Urlaub wird besser und besser. Nur noch das Wetter könnte etwas gütiger sein, finde ich. Auf der Fusion erwarten mich weitere vier Tage Halli Galli, Kunst, Musik und Kinderzauber für Erwachsene, ehe ich Sonntag oder Montag nächster Woche wieder zurück nach Marburg fahren muss.
Mir diese ganze Woche frei machen zu können war erstaunlich einfach und sicherlich ein wahrer Glücksfall, dass nicht irgendein Arzt-, Amts- oder Prüfungstermin in diese wenigen wertvollen Tage gefallen ist.

..if you just smile..

Noch etwas zu meiner Gamma Knife Behandlung vom 11.6.:
Das Gamma Knife Zentrum Frankfurt ist eine sehr angenehme kleine Praxis mit dem Erscheinungsbild und dem Eindruck einer Privatpraxis. Sehr nette Ärzte, Mitarbeiter und ein fast leerer Wartebereich sorgen für eine entspanntere Behandlung, als auf vollen Keller-Fluren des Uniklinikums die Stunden absitzen zu müssen, ehe man entnervt und verschreckt von den Schauergeschichten der Sitznachbarn endlich aufgerufen wird.
Nachdem das ganze Procedere an diesem Tag endlich überstanden war-  ein voller Tag von 9-18 Uhr, den Kopf eingespannt in einen Rahmenkubus aus Aluminiumstäben, mit dem ich auf einem Tisch fixiert radioaktiver Strahlung ausgesetzt wurde-  brauchte ich noch vier weitere Tage der Erholung, um wieder auf  Spur zu kommen. Die Behandlung war zwar anstrengend und gegen Abend mit Kopfschmerzen verbunden, da der Schädel unter ständiger Spannung stand, aber diese unangenehmen Empfindungen waren schnell wieder vorbei , da ich nach der einmaligen ambulanten Behandlung wieder nach Hause gefahren werden konnte.

Zwei Tage nach der Behandlung haben ich wieder mein ganzes Programm mitgemacht, mit dem Ergebnis, dass ich, in der Situation belastet oder nicht, eine Lichtblitzattacke nach der nächsten bekam. Ich meldete mich daraufhin für den Folgetag krank, entspannte insgesamt auch in den nächsten Tagen etwas mehr und seitdem ist bei jedweder Belastung, die bis dato Anfälle ausgelöst hat, alles ruhig geblieben. Yippie!! Ich glaube, die Bestrahlung hat schon Ergebnisse erzielt! Die Wunden, die an  Stirn und dem Hinterkopf durch die Halterung des Rahmens entstanden sind,  heilten komplikationslos ab und waren nach einer Woche schon nicht mehr zu sehen. Davor braucht man also keine Angst zu haben.
Ich nehme ausserdem seit vergangener Woche Zoladex Chemo-Tabletten, die laut meiner Ärztin super verträglich sind (ich habe tatsächlich noch keine Nebenwirkungen gemerkt) und die Metas zum einen in Schach halten sollen und bestenfalls auch bekämpfen.
Ich bleib dran, das Beste zu erwarten und habe vor allem durch die nun verhältnismäßig  lange Zeit ohne Lichtblitze schon ganz vergessen, dass da noch etwas Gefährliches in mir schlummert.
Ich hoffe daher,  dass diese anfallsfreie Zeit nun für immer andauert, damit ich wieder unbelastet leben, Sport machen und mich streiten kann, ohne wegen Lichtblitzen und der Angst vor einem epileptischen Anfall  ausscheiden zu müssen.

Warten in der „blauen Stunde“ am Alex

 

So ihr Lieben, ich freue mich, dass ihr meinem langen Bericht bis hierhin gefolgt seid.
Ich hoffe und wünsche euch, dass ihr in eurem Leben auch gerade auch ein oder mehrere Momente vollen persönlichen Glücks finden und erleben könnt. Kluge Sprüche dazu gibt es ja genug, daher nur ein Bild von mir, gestern Abend in einem Moment vollsten Glücks 🙂

Namaste

Noch nicht veröffentlichtes Blog-Fragment vom 10. Juni 2013

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Heute hängt alles voller Wolken

Die letzten zwei Wochenenden mit ihren vielen Sonnen und Wärmestunden haben meine Energie-Akkus aufgefüllt und meine Feier-Akkus geleert, sodass ich heute ganz gut mit einer Pause an Kommunikation und Aktionismus zurechtkomme und stattdessen lieber ein Mittagsschläfchen einlege.
Zudem habe ich morgen einen großen Termin – es geht nämlich doch alles schneller als gedacht und so erhalte ich morgen über den Tag verteilt meine Gamma Knife Behandlung.
Ich bin schon, seit ich am Donnerstag den Termin erhalten habe, ziemlich aufgeregt, wie es sich anfühlen wird und wie es mir vor allem danach geht.
Wie ich momentan an mir feststelle bin ich sehr vergesslich, kann mich kaum konzentrieren und habe Probleme beim Erinnern an Worte, Namen oder verdrehe die Worte schlichtweg („Gib mir mal die Hose“, statt „Gib mir mal das Brot“). Das sorgt jedoch für allgemeines Gelächter und für einen Spaß bin ich ja immer zu haben 🙂
Solche Schwierigkeiten hatte ich auch im Vorfeld der ersten Nachsorgeuntersuchung. Es kann sich also durchaus um ein Stresssymptom handeln.

Vorletztes Wochenende habe ich ein Wochenende im Wald verbracht, was mir unheimlich gut getan hat. Die erfahrene Entschleunigung, die Ruhe und das frei sein von gesellschaftlichen und kommunikativen Zwängen wirkten wie Balsam auf meine Seele. Es hat mich wieder einmal erinnert an meinen Wunsch, lieber im Einklang mit der Natur, als hier- gefühlt oft gegen sie- zu leben.

[Hier endet an diesem Tag das Fragment. Angefügt ist  jedoch noch ein Gedicht zum Thema Zeiterleben, dass ich vor einigen Jahren las und das mir immer noch sehr gefällt]:

„Wir klagen manchmal über schlechte Zeiten.
Aber die Zeiten sind nur schlecht,
wenn die Menschen schlecht sind.

Gute Zeiten fallen nicht vom Himmel.
Gute Zeiten können wir selbst machen:
wenn Wohlwollen herrscht, wenn Gewalt schweigt,
wenn Wohlstand geteilt wird, wenn Menschen sich mögen,
wenn Raum und Zeit ist für eine Blume und ein freundliches Wort.

Gute Menschen machen gute Zeiten.“

(Philipp Bosmans)

Ich bin FREI!!

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Ich habe euch ja lange im Ungewissen gelassen- nun komm ich mal raus mit der Sprache.
Die Metas im Hirn sind da, und sie wachsen.. Aber: der Rest ist MetastasenFREI!!!!! Yuchuuu!

Ich habe mich wie lange nicht mehr über diese gute Nachricht gefreut und sie stellt den Schock über die Diagnose des geringen Wachstums der Metastasen in den Schatten.
Nachdem ich erst einmal sondieren musste, welche Schritte ich nun planen muss und für welche Behandlung ich mich entscheide, habe ich mich für die GammaKnife Bestrahlung in Frankfurt entschlossen. Der Arzt dort wirkte sehr nett und kompetent und insgesamt verließ ich die Praxis am Tag der Beratung mit einem guten Bauchgefühl.

Der Eingriff der Bestrahlung dauert nur einen Tag und wird ambulant durchgeführt, fernab der Zeitpläne, Wartesäle und Stressfaktoren des großen Uniklinikums in Marburg.

Einen Termin habe ich noch nicht, aber ich feiere solange das Leben, hoffe auf mehr Sonne und plane den Juni noch unbestrahlt zu bleiben, weil sich so kurzfristig wahrscheinlich keine Termine ergeben werden.
Dann könnte ich sogar doch noch zur Fusion gehen,  hihi..

Anbei noch ein, wie ich finde,  lustiges Video zum Thema Eigen- und Fremdwahrnehmung von Realität und wie man sich eine Notsituation zu Nutzen machen kann : )

Wenn im Universum die Lichter ausgehen

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Gut wieder zu Hause gelandet, erholt und voller Tatendrang starte ich wie neu geboren in meine Zukunft.
Ich denke, meine größte Stärke ist die Leidenschaft immer wieder voller Energie von vorne anzufangen zu wollen. Das schlimmste für Krebspatienten ist nämlich, nicht verzeihen und vergessen zu können und gekränkt und verletzt aufzugeben, um damit zu beginnen die Tage bis zum Ende zu zählen.

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Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand.
Das ist mein Beweis.

Wenn ich als Kind auf einem Papier zu Malen begonnen hatte und mir der erste Strich nicht gefiel, musste ein neues her. Im Laufe der Jahre lerne ich dazu, dass man manchmal an einem nicht enden wollenden und aussichtslosen Projekt dran bleiben muss, um sich selbst glücklich zu machen. In der Reha hatte ich dieses Gefühl oft beim Zeichnen und Malen. Doch auch im Zusammenleben mit dem Partner, beim Kochen oder selbst nur  beim Sport treiben – immer wieder muss man persönlich abwägen, wo der Punkt erreicht ist, an dem man nichts mehr tun kann, oder wann der eigene Einsatz gefragt ist, um einen Eintopf, ein Bild oder eine Beziehung zu retten.
Schlussendlich vor dem gelungen vollendeten oder geretteten Ergebnis zu stehen, führt uns unsere eigenen Stärken und Ressourcen, unsere Kreativität und unser Durchhaltevermögen, Sturheit und Selbstvertrauen auf.
Nicht selten blicken wir dann plötzlich auf etwas, auf das wir nie zu hoffen gewagt hätten.
Ich mache diese Erfahrung derzeit in Kreativität und Sport. In beiden Bereichen bin ich von meiner eigenen Kraft geradezu überrascht und fühle mich dadurch wieder richtig lebendig und den gesunden Menschen gleichwertig. Und natürlich bin ich auch von der Tatsache überrascht, so rasch nach der Erkrankung wieder derart fit zu sein.
Ich kann meine Krankheit tagelang vergessen und wären die fehlenden Haare nicht, wäre ich sicher noch besser darin, mich wieder wie vor der Diagnose zu fühlen.
Heute noch zufriedener, selbstbewusster, fitter als vor 18 Monaten. Und ein bisschen weiser sicherlich auch.

In drei Wochen beginnt das neue Semester und ich fürchte mich ein wenig vor dem „neuen“ Anfang, denn der Studienstart im vergangenen Semester war ja bekanntlich überaus holprig und unsanft, sodass ich im 2.Semester auf ruhige See hoffe und die gleiche Chance, die Studienanforderungen in einem ähnlichen körperlichen Zustand wie meine KommilitonInnen erleben und bewerkstelligen zu dürfen.

Die Jesustatue auf dem Zuckerhut in Rio de Janero@ Jens Witte

Die Jesustatue auf dem Zuckerhut in Rio de Janero
@ Jens Witte

Ich hoffe, die Frühlingssonne kommt bald heraus und kitzelt meine Teils schon stark spießenden Kopfhärchen. Merke: Haar wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.

Ich schließe mit einem Zitat, das das Gleichgewicht des Lebens einmal wieder in so wunderschöne Worte packt, dass die federleichten Worte dabei unsere ganze schwere Existenz erleichtern.

„Traurigsein ist wohl etwas Natürliches. Es ist wohl ein Atemholen zur Freude, ein Vorbereiten der Seele dazu.“ (Paula Modersohn-Becker)

Alles Liebe
Mari