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Noch einmal alle Kräfte und positiven Gedanken mobilisierend..

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Vorletzter Zyklus – CHECK!!

Während ich noch mit den Folgen des 7. Chemozyklus kämpfe, stelle ich mit pausenlos vor, wie schön mein Leben ohne Chemo sein wird.
Das macht das Leben im Hier und Jetzt natürlich nicht einfacher und ist auch nicht gerade hilfreich in Sachen Geduld, aber ich vermisse mein altes Leben so sehr, dass ich am liebsten augenblicklich dahin zurück kehren möchte.
Dass es jedoch kein Zurück kommen gibt und dass ich mich von diesem alten Ich verabschieden muss, ist mir so langsam schmerzlich bewusst.
Es ist ein schwerer Abschied von alten liebgewordenen Nachlässigkeiten und Perspektiven. Das Wissen, das das eigene Leben weitgehend problemfrei vor sich hin trappelte und ich hinter vorgehaltene Hand annahm: „Wer Krebs hat, ist selber schuld- Man muss eben mit und an sich arbeiten und einen gesunden Lebenswandel pflegen“ Diese Zeiten waren augenblicklich vorbei..
ZACK!
Das manche  Krebserkrankungen so viel mit gesunder Lebensweise zu tun haben, wie das Christkind mit Weihnachten, macht die Erkrankung zu einem unbestimmbaren und unvorhersehbaren Schicksalsschlag, der noch dadurch getoppt wird, dass Aussenstehende oft davon ausgehen- man muss nur eine Psychotherapie machen um eine magische Wunderheilung zu erfahren.
In meinem Kopf duellieren sichdeher nun permanent Bauch und Verstand darum, was gerade gesünder, heilsamer und insgesamt besser für meine Konstitution wäre.
Ein so durchgehendes auf sich achten müssen macht irgendwann wütend.. in regelmäßigen Abständen. Unter anderem gerade jetzt.
Aber auch hierbei findet man keinen Gegner auf den man seine Wut projezieren kann. Der Krebs bin Ich- ich kann mich doch nicht selbst verachten. Und so spiele ich wieder einmal Schattenboxen bis ein Sonnenstrahl mich aus meiner Lethargie in eine bessere Zeit reißt oder ein Hoffnungsschimmer  mich mitnimmt auf eine Fantasiereise.

Schicksalsschläge warten hinter jeder Ecke und niemand ist vor ihnen gefeit. Auch das musste ich in der vergangenen Woche erneut lernen.  Das einzige, was einem dabei helfen kann, ist zu wissen, wer man selbst ist und was man erwartet vom Leben (MERKE: Nicht zu verwechseln mit: Was man erwarten KANN- denn das sind nicht selten die Blockaden in unseren Köpfen, die uns daran hindern zu träumen).
Ich traue den Stimmen nicht, die behaupten: Du kannst alles erreichen- du musst es nur wollen. Das trifft auf mich nicht zu- ehe ich bereit war, meine Bequemlichkeit aufzugeben um meine Träume ernsthaft anzugehen, war es schon zu spät. Und nach dem Krebs hat man oft andere Wünsche..
Allerdings glaube ich, dass man in niemandem einen besseren Gefährten finden kann, als in sich selbst. Und gerade in harten Zeiten ist es wichtig, sich selbst ein guter Freund zu sein, sich selbst in den Arm zu nehemen,  zahm zu sein und gemeinsam darauf zu warten, dass ein Sonnenstrahl vorbei kommt. Ich denke und hoffe, dass man so fast alles schaffen kann, da man jemanden hat, der mit einem weint und lacht und dem man seine tiefsten schlechten Gedanken mitteilen kann.
Und bei diesenSchattenkämpfen mit mir selbst nehme ich mein trotziges Selbst irgendwann auf den Schoß und sage leise und bestimmt, dass jetzte Schluss ist mit den Nörgeleien und das klappt (Ich bin nämlich ein sehr artige Kind- nur, um es mir selbst nicht allzu schwer zu machen). Und wenn ich dann einsehe, dass ich mein Leben nicht damit vertrödeln will, schönen Zeiten nachzutrauern, sehe ich wieder all die neuen Chancen am Horizont, etwas ganz anderes, vielleicht tolleres zu werden,als ich jemals vermocht hätte, hätte ich diesen Kampf nicht schlagen müssen.

Ausgerechnet in einem Kinderfilm fand ich gestern die tröstenden Worte, die mir gerade die Kraft schenken, die ich für die nächsten Monate brauchen werde.
Da sagt der sympatische Anti-Held Rango, eine dürre Eidechse mit Chamäleon-Fähigkeiten, so treffend: „Niemand kann vor seiner eigenen Geschichte weglaufen“
Und damit hat er verdammt recht!
Probleme sind nur ein geistiges Kontrukt. Wenn wire uns davon distanzieren, unsere Einstellung dazu ändern, sind manche davon wie weggeblasen..

(„Rate yourself and rake yourself,
Take all the courage you have left
Wasted on fixing all the problems
That you made in your own head“)