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Die Zunge wie unter einer Nähmaschine

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Die letzte Chemo, in ihren Nebenwirkungen zum Glück nicht so massiv, wie vie vorherige, hat mir meine Mundschleimhaut, insbesondere meine Zunge jedoch ziemlich kaputt gemacht.
Von Mal zu Mal konnte ich in den vergangenen Tagen weniger Dinge essen, die durch ihre mechanische Reibung unerträgliche Schmerzen auf der Zunge bereitet. Vor allem daserade in dieser Zeit regelmäßig einzuhaltende Zähneputzen nach den Mahlzeiten ist eine Tortur..
Seit zwei Tagen esse ich daher hauptsächlich pürrierte Gemüsesuppe, das klappt ganz gut und ich merke, dass sich die Empfindsamkeit seit heute langsam aber stetig verringert. Soweit ich bisher dazu lesen konnte, kann man gegen die Schädigung nichts tun, da die Schleimhautzellen zu den sich schnell teilenden Zellen gehören, die mit der Chemo zerstört werden. Doch man kann wirkungsvoll dagegen angehen, dass es nicht noch schlimmer kommt. Hier einige Tipps:

Damit sich eine solche kaputte Mundschleimhaut nicht entzündet oder Pilzen (Mundsoor) anheimfällt, habe ich im Krankenhaus eine spezielle Mundspüllösung bekommen.
Diese Lösung Glandomed, ohne Alkohol und Menthol, soll mehrmal täglich nach dem Zähneputzen für einige Minuten angewendet werden. Sie fühlt sich nach dem unangenehmen Zähneputzen angenehm lindernd an und verhindert Entzündungen und Aphten im Mundraum. Leider ist sie nicht gerade billig (500ml zu knapp 14€), doch da ich Mundspülungen unverzichtbar finde und wegen des enthaltenen Alkohols und ätherische Ölen, nichts anderes zur Zeit angwenden kann, ist es mir diese Investition wert.
Zusätzlich wurde mir im Krankenhaus empfohlen, nachd em Mundspülen prophylaktisch Ampho-Moronal Suspension einzunehmen, damit sich erst gar kein Pilz ansiedeln kann. Die Lösung ist viel angenehmer als die Lutschtabletten mit demselben Namen und schmeckt nicht so schlecht (Geschmack erinnert leicht an Himbeere), doch komme ich bisher auch ohne zurecht und lasse diese Behandlung daher aus. Wenn man jedoch zu Mundsoor neigt, ist es sicherlich klug, die Suspension prophylaktisch zu nehmen, als hinterher die Soorgeschichte behandeln zu müssen.
Als drittes „Pflaster“gab man mir im Krankenhaus noch Bepanthen-Lösung, zur Anwendung im Mund. Zum Spülen und betupfen. Auch die gibt es, wie die anderen beiden Artik zuvor auch, in der Apotheke. Mir persönlich hat dieses Mittel noch nicht viel geholfen, doch eine Freundin, die ihre Chemo bereits hinter sich hat, ist begeistert von der Lösung. Ich denke, dass auch hier wieder mehr Wirkung zu erwarten ist, wenn man offene Stellen und Entzündungen hat, als „nur“ chemo bedingte Schleimhautreduktion. Und ein Strohhalm ist es allemal, denn was beim einen nicht wirkt, tuts beim anderen eben manchmal doch.

Zum Spülen ist auch der bereits im vorherigen Post genannter „Spültee“ gut geeignet (vor allem billiger). Er desinfiziert und hilft beim Heilen. Ich persönlich war unter meinem alten Chemo-medikament auch sehr begeistert vond em Tee. Mit meiner neuen Giftmischung, mag ich jedoch das Thymiangeschmack, ganz im Gegensatz zu vorher, nicht mehr gerne. Aber ich trinke den Tee eben auch immer. Nur zum Spülen könnte ich ihn daher auch wieder verwenden.

In letzter Zeit höre ich immer wieder über die positive Wirkung von gefrorenen Ananas-Stückchen oder gefrorenen Saftkugeln aus Ananas. Beim Lutschen soll sich durch die Enzyme in der Ananas wohl eine heiltuende Wirkung einstellen. Ich gebe diesen Tipp gern so weiter. Mir persönlich war in den letzten Tagen jedoch nicht danach, Ananas an meine empfindliche Mundschleimhaut zu lassen. Wer sich dennoch traut, es auszuprobieren, ich bin gespannt auf die Wirkung 🙂

Mein letzten Tipp zum Thema kaputte Mundschleimhaut scheint mir persönlich der wichtigste:
Sei geduldig mit dir und deinem Körper. Und vor allem, sei gerade in dieser schwierigen Zeit, durch die  dein Geist und dein Körper gehen muss, liebevoll und aufmerksam zu dir selbst.

Gute Besserung!

„Magic Mushrooms“ und Wunderkräuter im Krebsprinzessinnenland

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Die letzte Woche war einfach super. Fit, sportlich, fleißig und gesund.. Ich nehme gar nicht mehr wahr, dass ich eigentlich „krank“ bin.
Vorletzte und letzte Woche plagten mich dennoch ein wenig Nebenwirkungen und was ich dagegen gemacht habe, davon will ich hier berichten.

Fünf Tage nach der Chemo begann mich ein langsam dicker werdender Hals zu stören. Als die Schmerzen über den Abend hin zunahmen und meine Zunge aussah wie ein alter Wollteppich, stellte ich mich darauf ein, am nächsten Tag in die Uniklinik fahren zu müssen, die mich voraussichtlich mit Antibiotika nach Hause schicken würden..
Am nächsten morgen konnte ich ohne Schmerzen nicht mehr schlucken, jedoch waren Mandeln und Lymphknoten nicht dick. auch das Blutbild am Mittag in der Uniklinik zeigte nur gute Werte.. Jedoch 2,5 Stunden Wartezeit auf meinen Arzt in der Ambulanz und drei (!!!!)  Minuten Arztgespräch später hielt ich ein Rezept gegen Soor in der Hand..

Mundpilz?? Fragte ich ihn ungläubig. Wo bekommt man denn sowas her? „Chemotherapie“, entgegnete mein Arzt trocken „Sie vergessen, dass man permanent Candida Pilze  im Körper mit sich trägt, die sich bei Beeinträchtigung des Immunsystems zu einer Infektion ausweiten können“

Tolle Sache, dachte ich. Pilz in Speiseröhre und Mundraum.. Die Lutschtabletten musste ich vier mal täglich nach dem Essen lutschen. Jedoch waren die Dinger dermaßen unangenehm, dass ich einen Tag später zurück in Marburg eine angenehmere Alternative entwickelte:
Von meiner Perückerfriseurin hatte ich ein Rezept gegen Schleimhautentzündungen erhalten. Ein „Spültee“ aus verschiedenen Kräutern und Gewürzen, von dem ich mich inspirieren ließ..
Bereits in der Erkältungszeit wußte ich Thymian-Tee zu schätzen. Zusätzlich mischte ich Rosmarin (aus meinem Gewürzregal) und Salbei unter den Tee und trank  über den Tag verteilt ein bis zwei Liter. Vor allem nachdem ich etwas gegessen hatte. Die Tabletten ließ ich weg. Man sollte darauf achten, möglichst wenig Zucker und Kohlehydrate zu sich zu nehmen, da sich Hefelpilze von Zucker ernähren und wachsen können. Auch Fruchtsäfte und säuerliches Obst sind wegen des Zuckers und der Reizung durch die Fruchtsäure nicht angenehm.
Gut sind statt dessen ist Natur-Joghurt. Wegen des Säuregehalts, den Hilfepilze gar nicht mögen. Ich hab zum Beipspiel beim Fernsehen oder beim Arbeiten am PC einen Löffel Joghurt einige Minuten gelutscht. Das fühlte sich angenehm schmerzmildernd an.
Innerhalb eines Tages merkte ich eine Verbesserung, der Tee linderte den Schmerz und gab einen guten Geschmack. Zusammen mit meinem Sportprogramm (klingt komisch, aber während des Sports wurde mein Körper wohl einmal komplett so gut durchblutet, dass ich eine deutliche Besserung der Beschwerden nach der Sportstunde feststellen konnte, die konstant blieb) war der Pilz nach drei Tagen verschwunden, in der selben Zeit, wie ich die Tabletten hätte auch noch nehmen müssen- nur angenehmer.
Zurück blieb eine geschundene rote und schmerzenede Zunge, wie wenn man sich mit zu heißem Kaffee verbrannt hat. Nach zwei Tagen mit Mundspüllösung Meridol und nicht viel Besserung versuchte ich Japanisches Heilöl (Pfefferminzöl). Ein bis zwei Tropfen mit etwas Wasser nach dem Zähneputzen zum Spülen half Wunder. Nach zwei Tagen war ich wieder komplett hergestellt..

Mit diesen Tipps hab ich mir die Woche mit Soor angenehmer gestaltet, als es mir von Arztwegen möglich gewesen wäre. Wahrscheinlich wusste der Arzt nicht, dass Phytotherapie mir super helfen würde, aber ich hätte mir gewünscht, er hätte mir neben dem Rezept für unangenehmen Lutschtabletten den wertvollen Ratschlag auf den Weg gegeben, entsprechende Tees und Spülungen anzuwenden, denn viele Menschen leiden unter den selben Beschwerden und kommen nicht erst darauf, diese mit Naturheilmitteln zu vertreiben.

Der Spültee gegen Entzündungen des Mundraums (Mukositis) besteht übrigens aus:
-4 Gewürznelken
– 1 kl. Stck. Zimtrinde
– je ein Teelöffel Rosmarin, Thymian, Majoran, Bohnenkraut, Salbei

Diese Mischung mit 1 Liter kochendem Wasser ausgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee zum Spülen der Mundhöhle verwenden oder trinken.

Liebe Grüße
Mari